Sandstreuer
Englisch: sander
Eine Vorrichtung, die Sand auf die Schienen bei Nässe, Schnee, Eis und rutschigen Bedingungen verteilt, um die Bodenhaftung zu verbessern.
Sander: Schwerkraft-gestütztes Haftvermögen für Schienenbremsen
Ein Sander ist eine auf Lokomotiven und Güterwagen montierte Trichtervorrichtung, die Sand auf die Laufschienen vor den Rädern aufbringt. Sandkörner greifen in Eis, Schnee oder nasse Schienenoberflächen ein und durchbrechen den glatten Film, der zu Radschlupf und Haftverlust führt. Moderne Lokomotiven führen normalerweise 10 bis 20 Tonnen Sand in einem Bunker mit sich, der oberhalb oder hinter dem Sandkasten angebracht ist.
Der grundlegende Mechanismus nutzt die Schwerkraft, um trockenen Sand durch nach unten abgewinkelte Schächte zu den Schienen zu leiten. Der Luftdruck aus dem Bremssystem der Lokomotive (oder Druckluffleitungen bei Güterwagen) erzeugt Durchfluss durch die Schächte und zerstäubt den Sandstrom beim Austritt neben den Radflantschen. Ältere manuelle Systeme erforderten Bedienung durch die Besatzung; moderne Lokomotiven verwenden automatische Sander, die durch Radschlupferfassung oder bodengestützte Steuersignale ausgelöst werden. Der Sand muss völlig trocken und frei von Klumpen sein, da Feuchtigkeit zu Brückenbildung im Trichter führt.
Sandarten und Winterbetrieb
Sand für Schienenanwendungen ist in der Regel gewaschen und in Korngrößen von 120 bis 200 Mesh sortiert, um scharfkantige Partikel zu erhalten, die greifen statt zu rollen. Streusalz und Feuchtigkeitsverschmutzung beeinträchtigen die Sandleistung innerhalb weniger Wochen, daher ist saisonaler Austausch Standard in der Winterpraxis. Einige Betriebe mischen Zusatzstoffe wie Borax zu, um Verhärtung zu verhindern. Eine Lokomotive im schweren Schneefall kann Sand mit Raten von 100 bis 300 Pfund pro Meile Fahrstrecke ausbringen.
Radschlupferfassungssysteme lesen Achsdrehzahlsignale aus und vergleichen die Radumdrehungsgeschwindigkeit mit der Lokomotivgeschwindigkeit. Wenn der Schlupf einen Grenzwert überschreitet (typischerweise 2 bis 5 Prozent), lösen automatische Sander vordere und hintere Düsen unabhängig aus. Dies verhindert unnötigen Sandverschleiß auf trockener Schiene und reduziert die Reinigungslast im Bahnhof und in besiedelten Gebieten.
Sandrückstände sammeln sich entlang von Strecken und in Bahnhöfen an und erfordern regelmäßiges Kehren und Entsorgung. Überschüssiger Sand in Weichen verursacht träge Schaltervorgänge und erhöht den Verschleiß an Schaltermechanismen. Viele Verkehrsunternehmen beschränken jetzt die Sander-Nutzung innerhalb von Bahnhofsgrenzen und auf bestimmten städtischen Strecken und verlassen sich stattdessen auf Schmierleitungen und Reibungsmodifizierer, die direkt auf die Spurkante aufgebracht werden. Für Güterzüge auf Bergstrecken und nördliche Routen bleiben Sander kritische Sicherheitsausrüstung während der Wintermonate.