aktiv
Englisch: active
Beliebige Komponente, die nicht passiv ist. Siehe Passivität (Elektrotechnik).
aktiv: ein Bauteil, das Energie bereitstellt oder steuert
Ein aktives Bauteil ist jedes Gerät, das eine Stromversorgung benötigt, um zu funktionieren, und das elektrische Signale verstärken, schalten oder anderweitig steuern kann. Anders als passive Bauteile wie Widerstände oder Kondensatoren, die Energie nur umwandeln oder speichern, wandeln aktive Bauteile zugeführte Leistung in nutzbare Arbeit um: sie erzeugen Signale, regeln Spannungen, verstärken schwache Eingangssignale oder steuern Stromfluss nach Bedarf.
In Stromnetzen sind Generatoren und Synchronkondensatoren aktive Quellen, die Spannung und Frequenz aufrechterhalten. In Steuerschaltungen sind Transistoren, Thyristoren und integrierte Schaltungen aktive Schalter und Verstärker. Motorantriebe, Wechselrichter und Gleichrichter sind aktive Umsetzer, die die Form der elektrischen Energie verändern. Die Unterscheidung ist wichtig, weil aktive Bauteile Wirkungsgradangaben, thermische Grenzen und Steueranforderungen haben, die passive Bauteile nicht aufweisen.
Varianten und Anwendungen
Halbleiterbauelemente dominieren moderne aktive Bauteile: Dioden, Bipolartransistoren, Feldeffekttransistoren und integrierte Schaltungen von Logikgattern bis zu Mikroprozessoren und Leistungsmodulen. Vakuumröhren sind ältere aktive Bauteile, die noch in einigen Hochfrequenz- und Audioanwendungen mit hoher Leistung verwendet werden. Elektromechanische Relais sind aktive Schalter, die eine Spule nutzen, um Kontakte zu bewegen. Alle benötigen ein Steuersignal oder eine Stromversorgung zum Funktionieren; ohne Versorgung werden sie untätig.
In Systemen mit erneuerbaren Energien umfassen aktive Bauteile leistungselektronische Umsetzer, die Gleichstrom von Solarpanelen oder die variable Wechselspannung von Windkraftanlagen in netzverträgliche Leistung umwandeln. In Schaltanlagen versorgen aktive Geräte wie statische Blindleistungskompensatoren und Synchronkondensatoren das Netz mit Blindleistung und regeln die Spannung. Ohne aktive Bauteile würde das moderne Stromnetz unter der Nachfrage nach dynamischer Steuerung zusammenbrechen.
Der Begriff stammt aus der Schaltungstechnik, wo er sich von passiv unterscheidet. Ingenieure spezifizieren aktive Bauteile nach ihren Kenndaten: Spannungs- und Stromgrenzen, Schaltgeschwindigkeit, Leistungsverluste und thermischer Widerstand. Ausfallmodi sind thermisches Durchgehen, Durchbruch der Gate-Oxide und Sperrschicht-Ausfälle bei transienten Überspannungen. Kosten, Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit aktiver Bauteile bestimmen oft die Wahl der Architektur in der Industriesteuerung und in Stromnetzen.