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Kfz-Technik

Bremsansprechzeit

Englisch: active braking time

Die Zeit zwischen dem Moment, in dem die Bremskraft wirksam wird, und dem Moment, in dem sie endet.

Bremsaktivierungszeit: wie lange die Bremsen tatsächlich wirken

Die Bremsaktivierungszeit ist der Zeitraum, der verstreicht, wenn das Bremssystem beginnt, eine Verzögerungskraft auf die Räder auszuüben, bis diese Kraft vollständig aufgehoben ist. Das unterscheidet sich vom Gesamtbremsweg oder der Zeit, die ein Fahrzeug bis zum Stillstand braucht; es misst nur den Zeitraum, in dem die Bremsen aktiv eingreifen und das Fahrzeug verlangsamen.

Bei Hydraulikbremssystemen beginnt die Bremsaktivierungszeit, wenn der Druck im Hauptzylinder über die Schwelle steigt, die nötig ist, um die Rückstellfeder in Radbremsen oder Bremszangen zu überwinden, und endet, wenn der Druck wieder unter diese Schwelle fällt. Bei Luftbremssystemen auf schweren Lastkraftwagen und Anhängern läuft das Intervall von dem Moment an, in dem das Servicebremsventil beginnt, Druckluft zu den Bremsantrieben zu liefern, bis die Versorgung unterbrochen wird und Ausblaseventile diesen Druck zur Atmosphäre ablassen. Die Dauer hängt davon ab, wie schnell der Fahrer das Pedal oder Ventil loslässt, nicht von der Verzögerungsrate selbst.

Dieses Timing ist wichtig bei der Prüfung von Kollisionsvermeidungssystemen und bei der Einhaltung von Vorschriften. Fahrzeugsicherheitsstandards legen maximale Reaktionszeiten von der Bremsanforderung bis zur Kraftanwendung fest, normalerweise 100 bis 200 Millisekunden, aber die Bremsaktivierungszeit selbst ist selten als eigenständige Anforderung vorgeschrieben. Sie wird jedoch bei Antiblockiersystemen (ABS) kritisch, bei denen das Steuergerät die Bremsen zyklisch ein- und ausschaltet; jeder Zyklus hat seine eigene Aktivierungszeit, und die kumulative Aktivierungszeit während einer Notbremsung kann den Bremsweg auf verschiedenen Straßenoberflächen beeinflussen.

Bei Luftbremssystemen auf Nutzfahrzeugen entsteht während längerer Bergfahrten oder wiederholter Bremsungen Wärmeeintrag in Bremstrommeln und Belägen. Lange Bremsaktivierungszeiten ohne Kühlpausen können zu Bremsfading führen, bei dem der Reibungskoeffizient mit steigender Temperatur abnimmt. Deshalb werden Retarder und Abgasbremsen auf schweren Lastkraftwagen zusätzlich zu den Betriebsbremsen bei langen Bergfahrten eingesetzt: Sie verkürzen die Bremsaktivierungszeit, die zum Halten sicherer Geschwindigkeit erforderlich ist, und bewahren die thermische Kapazität der Bremse.

Der Begriff wird in technischer Dokumentation, bei der Bremsdiagnose und in der Unfallrekonstruktion verwendet. Fahrzeugdatenschreiber (Black Boxes) erfassen nun die Zeitsignale der Bremsen, sodass Ermittler die Bremsaktivierungszeit bei Unfallszenarien bestimmen können. In Testlaboren wird die Bremsaktivierungszeit aus Signalspannungskurven oder Drucktransducer-Messwerten gemessen und mit Konstruktionsvorgaben verglichen, um die Reaktionssicherheit des Systems zu überprüfen.

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