FDR
Initialism für False Transmit Format Detection Ratio im UMTS-Netz.
FDR: wie UMTS prüft, ob ein Signal echt ist oder nur Rauschen
In UMTS-Funknetzen (Universal Mobile Telecommunications System) misst die FDR, die False Transmit Format Detection Ratio, wie oft der Empfänger Rauschen oder Störungen fälschlicherweise als gültige Daten erkennt. Je höher die FDR, desto mehr Falscherkennungen treten auf, was die Verbindungsqualität verschlechtert und Wiederholungsübertragungen erzwingt. Sie ist eine Qualitätskennzahl, die neben anderen Frame Error Rates und Bit Error Rates im Werkzeugkasten zur Diagnose von Funkstrecken-Problemen steht.
Die Messung entsteht, weil UMTS-Empfänger zwischen echten Frames vom Sender und dem statistischen Rauschpegel des Kanals unterscheiden müssen. Jedes empfangene Signal enthält Header-Informationen, Checksummen und Pilotsymbole, mit denen der Decoder einen echten Frame erkennt. Wird die Schwelle zur Erkennung dieser Marker zu empfindlich eingestellt, können zufällige Rauscheispitzen gelegentlich mit dem erwarteten Muster übereinstimmen und eine Falscherkennung auslösen. Umgekehrt besteht bei zu hoher Schwelle das Risiko, schwache aber echte Frames zu übersehen.
Wo FDR im Feld relevant ist
FDR ist besonders wichtig bei der Optimierung der Empfängerempfindlichkeit in schwierigen Funkumgebungen. Basisstationen in Bereichen mit hoher Störung, Fading oder Mehrwegeausbreitung zeigen erhöhte FDR-Werte. Ingenieure, die die Netzwerkleistung überwachen, nutzen FDR-Daten, um festzustellen, ob ein beeinträchtigter Kanal unter unzureichender Signalstärke (niedriger SINR) leidet oder ob ein Empfänger fehlkalibriert oder beschädigt ist. Ein plötzlicher FDR-Anstieg in einer Zelle kann auf einen fehlerhaften Verstärker oder einen neuen Störer hinweisen, statt auf eine Abdeckungslücke.
Die Kennzahl wird in moderner 4G- und 5G-Dokumentation seltener erwähnt, da dort unterschiedliche Frame-Strukturen und Fehlererkennungsverfahren gelten. Betreiber, die noch UMTS-Infrastruktur betreiben, beziehen sich jedoch bei der Fehlerbehebung in Altnetzwerken oder bei der Validierung der Empfängerleistung während Inbetriebnahme und Fehlerdiagnose auf die FDR.