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Luftfahrttechnik

Kunstflug

Englisch: aerobatics

Ausübung von Flugmanövern mit Flugzeuglangen, die nicht im herkömmlichen Passagierflugverkehr verwendet werden.

Kunstflug: extreme Fluglagen und G-Kräfte, die versteckte Schäden offenbaren

Kunstflug beschreibt absichtliches Fliegen außerhalb des normalen Flugbereichs: anhaltender Rückenflug, Steilaufzüge, Spiralen, Rollen und Manöver, die 6, 8 oder 10 positive oder negative G-Kräfte erzeugen können. Eine Cessna 172 fliegt im geraden Flug vielleicht mit 1,5 G in einer Kurve; ein Pitts S-2B Kunstflugdoppeldecker ist für +6 G und -3 G zugelassen. Bei diesen Fluglagen, in denen Rumpf, Flügelwurzeln und Steuerflächen Kräften ausgesetzt sind, für die sie im normalen Betrieb nie ausgelegt wurden, ist spezialisierte Wartung und Überprüfung erforderlich.

Für Wartungsteams bedeutet Kunstflug, nach Schäden zu suchen, die der normale Passagierflugbetrieb niemals aufdecken würde. Nieten dehnen sich und reißen unter anhaltenden negativen G-Kräften. Flügelanbindungen ermüden. Treibstoffsystemkomponenten, die für 1 G ausgelegt sind, verhalten sich unter Inversion unvorhersehbar. Steuerkabel dehnen sich. Luftfahrzeuge, die für Kunstflug zugelassen sind (in Musterzulassungen gekennzeichnet, nicht nachgerüstet), müssen mit strengeren Toleranzen und kürzeren Inspektionsintervallen überprüft werden als vergleichbare nicht druckgeregelten Flugzeuge. Ein kleiner Riss in einem Flügelholm, unsichtbar an einem Schulflugzeug, wird bei einer 6-G-Ausleitung katastrophal.

Die Luftfahrzeuge selbst sind speziell gebaut oder stark modifiziert. Kunstflugtypen haben verstärkte Rümpfe, symmetrische oder invertierte Flügelprofile, Treibstoff- und Ölanlagen für negative G (mit invertierten Vergasern oder Direkteinspritzung) und Steuerflächen mit Massenausgleich gegen Flattern. Flügel sind häufig ausgesteift Doppeldecker- oder Eindecker-Konstruktionen mit externer Aussteifung, keine Freitragkonstruktionen. Kunstflugtrainingsflugzeuge sind mit Spiralabsturzrettungsschirmen ausgestattet. Wettbewerbs-Kunstflugflugzeuge sind Einsitzer aus Leichtmetall oder Verbundstoff mit G-Grenzen, die manchmal über 10 liegen.

Wo der Begriff in der Praxis verwendet wird

Kunstflugprüfungen fallen in spezialisierte Werkstätten und zertifizierte Inspektoren, oft solche mit Militärhintergrund oder Kunstflug-Wettbewerbserfahrung. Die Arbeiten umfassen Endoskopprüfung der inneren Flügelstruktur, zerstörungsfreie Prüfung (ZfP) von Verbindungselementen und Demontageuntersuchung von Steuerflächen-Scharnieren und Kabeln. Die behördliche Genehmigung hängt von den Musterzulassungsbegrenzungen ab: nicht alle Flugzeuge dürfen rechtmäßig Kunstflug durchführen, auch nicht mit einem erfahrenen Piloten.

In Flugschulen und Ausbildungsbetrieben ist Kunstflug ein eigenes Fachgebiet neben dem normalen Flugtraining. Kunstflug-Schulflugzeuge, Decathlons, Christen Eagles, Zlin Zeniths und ältere Militärtypen werden getrennt von der übrigen Flotte gewartet. Ihre Wartungsbücher dokumentieren die G-Kraft-Historie, oft durch Flugtests oder Telemetriedaten, und Komponenten werden nach weniger Flugstunden außer Dienst gestellt als vergleichbare konventionelle Flugzeuge.

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