Hinterkante
Englisch: trailing edge
Die hintere Kante eines Flügels oder einer anderen Tragfläche.
Hinterkante: das hintere Ende des Tragflügels, wo die Luftströmung abströmt
Die Hinterkante ist die hintere Grenzlinie jedes Tragflügelprofils, wo Ober- und Unterseite zusammentreffen und die Luftströmung den Flügel schließlich verlässt. Bei Flugzeugen mit starrer Tragfläche verläuft dies typischerweise als scharfe Linie in Spannweitenrichtung (Flügelspitze zur Wurzel), wobei einige Konstruktionen eine leicht gerundete oder abgeschrägte Kante haben können. Bei einem typischen Transportflügel liegt die Hinterkante etwa 15 bis 20 Prozent der Profiltiefe hinter der Vorderkante, wobei dieses Verhältnis je nach Profilform und Fluggeschwindigkeit variiert.
Die Hinterkante muss in präzisem aerodynamischem Zustand gehalten werden, weil die Strömungsablösung dort zuerst auftritt. Jede Beschädigung, Beule oder Versetzung erzeugt eine Unstetigkeit, die Wirbelablösung auslöst und den Widerstand erhöht; schwere Schäden können Flattern oder Strömungsabriss bei niedrigeren Anstellwinkeln als ausgelegt verursachen. Daher schreiben die meisten Wartungspläne regelmäßige Überprüfung und Messung der Hinterkantenbeschaffenheit vor, besonders nach Anprall oder harten Landungen.
Klappen, Trimmflächen und bewegliche Oberflächen
An der Hinterkante sind bewegliche Flugsteuerungsflächen angebracht: Landeklappen, Querruder und Höhenruder sind an der Hinterkantenlinie angelenkt. Diese Steuervorrichtungen belegen typischerweise 25 bis 40 Prozent der Spannweite oder Profiltiefe. Die Spalte und Verkleidungen um diese Flächen sind kritische Schwachstellen; verschlissene Scharnierhalter, lockere Befestigungen oder fehlende Dichtbänder ermöglichen Luftundichtigkeiten in Hohlräumen, was den Widerstand erhöht und die Steuereffektivität mindert. Bei schnellen Flugzeugen kann der Druck in der Hinterkantenmulde so stark abfallen, dass lokale Machzahleffekte oder Lärmprobleme entstehen, wenn die Spalte zu groß sind.
Die Werkstoffe an der Hinterkante spiegeln Geschwindigkeit und Belastung wider. Bei Aluminiumflugzeugen ist die Hinterkantenhaut oft 0,025 bis 0,063 Zoll dick und kann Bleche auf einem Holm oder auf einer Struktur aus dünnen Rippen und Stringern sein. Hinterkanten aus Verbundstoffen sind typischerweise laminierte Kohlefaser- oder Glasgewebe in einer Harzmatrix mit Kernmaterial (Schaum oder Wabenkern) zwischen den äußeren Lagen. Beide Typen sind anfällig für Ermüdungsrisse und Delaminierung in der Klebstofflinie, wo Ober- und Unterseite zusammengestoßen.
Die Reparatur oder der Austausch eines Hinterkantensegments erfordert sorgfältige Aufmerksamkeit auf die aerodynamische Form. Die Hinterkante wird typischerweise auf druckbeaufschlagten Flugzeugen nicht vor Ort geschweißt oder durch Heißnieten verbunden, weil die Baugruppe dünn ist und nah an Treibstofftanks liegt; geklebte Flicken oder Auskehlungsreparaturen sind häufiger. Nach der Reparatur wird die Hinterkantenbeschaffenheit mit Kantsuchern, Tiefenlehren oder Laserscanning überprüft, um sicherzustellen, dass der reparierte Bereich dem ursprünglichen Tragflügelprofil entspricht, typischerweise in einer Toleranz von 0,06 Zoll oder enger, je nach den Standards des Betreibers.