SpracheEnglishDeutsch
Sanitär und Rohrleitungsbau

Luftzuführventil

Englisch: air admittance vent

Ein mechanisches Abwasserventil, das Luft in die Kanalisation eintreten lässt, aber kein Ausströmen von Kanalgas erlaubt; unterstützt den Abfluss durch Luftzuführung hinter dem Wasser, wenn ein Standard-Entlüftungsrohr zur Atmosphäre nicht möglich ist, indem Innenluft angesaugt wird und schädliche Gase eingeschlossen bleiben.

Luftzutrittventil: Rückschlagventil für Abwasserleitungen, das Raumluft ansaugt

Ein Luftzutrittventil, auch Studor-Ventil oder AAV genannt, ist ein einseitig wirkendes Mechanikventil, das auf einer Abwasserleitung installiert wird. Es lässt Luft in das Rohrsystem ein und blockiert gleichzeitig Kanalabgase, damit sie nicht in das Gebäude entweichen. Das Ventil löst ein echtes Problem: Wasser, das einen Ablauf hinunterfließt, braucht Luft, die hinter ihm nachströmt. Sonst entsteht eine Luftleere in der Wassersäule, die den Abfluss verlangsamt und Wasser aus den Siphons absaugen kann. Wenn ein vollständiges Ventilrohr bis zum Dach unpraktisch oder unmöglich ist, ermöglicht ein AAV dem System, über seine federbelastete innere Klappe statt dessen Innenluft anzusaugen.

Der Mechanismus ist einfach, aber entscheidend. Im Kunststoff- oder Messinggehäuse sitzt ein Schwimmerventil mit einer Gummidichtung. Wenn Wasser die Leitung hinunterfließt, sinkt der Druck in der Leitung, und dieser Druckabfall zieht den Schwimmer nach unten, wodurch sich das Ventil öffnet und Luft eindringen kann. Sobald sich der Druck normalisiert oder Kanalabgase von unten aufsteigen, hebt sich der Schwimmer und die Dichtung verschließt sich dicht, um jeden Rückfluss oder Geruchsaustritt zu blockieren. Die meisten Geräte sind ausgelegt für Durchsätze zwischen 15 und 45 Gallonen pro Minute je nach Größe, wobei 1,5-Zoll- und 2-Zoll-Modelle Standard für Wohngebäude-Zweigleitungen sind und 3-Zoll-Versionen für Hauptleitungen verwendet werden.

Der Einbauort ist wichtig. Das Ventil muss so hoch wie möglich auf der Abwasserleitung angebracht werden, idealerweise innerhalb von 6 Zoll vom Siphonauslass, und immer oberhalb des Überlaufrandes jeder Armatur, die es versorgt. Es darf nicht überstaut oder Wasseransammlung ausgesetzt sein, da dies den Schwimmer blockiert und die Dichtung zerstört. Bauordnungen lassen typischerweise ein AAV pro separate Abwasserleitung zu, oder in manchen Fällen ein AAV, das mehrere Armaturen am gleichen Ast versorgt. Allerdings unterscheidet sich die Regelung je nach Gerichtsbarkeit, und einige Regionen verbieten ihre Verwendung ganz und erfordern stattdessen herkömmliche Lüftungsrohre.

Verschleiß und Ausfallarten

Die Gummidichtung verschleißt mit der Zeit und kann ausfallen, wodurch Kanalgerüche vorbei strömen können. Mineralablagerungen und Kesselstein können den Schwimmer am freien Bewegen hindern, besonders in Gegenden mit hartem Wasser. Flusen, Fett oder andere Verschmutzungen, die mit der Ansaugluft eindringen, können das Ventil verstopfen. Nach einem Ausfall kann das Gerät nicht repariert werden und muss als Einheit ersetzt werden. Die Lebensdauer liegt üblicherweise zwischen 10 und 20 Jahren je nach Nutzung und Wartung der vorgelagerten Siphons.

AAVs sind billiger und schneller einzubauen als das Durchbrechen von Dachrahmen für ein herkömmliches Lüftungsrohr, weshalb sie in vielen Modernisierungsprojekten und engen Bausituationen auftauchen. Allerdings sind sie nicht überall zugelassen und mancher Inspektor misstraut ihnen. Sie funktionieren am besten in Systemen mit guter Siphonspülung und regelmäßiger Nutzung. Stillgelegte Ableitungen oder solche mit schwieriger Siphongeometrie können zu Lufteinschlüssen führen, die auch ein AAV nicht vollständig lösen kann.

Mehr aus Plumbing

Alle ansehen

Get the Word of the Day

One industrial term every day, with the trade it belongs to and why it is worth knowing. No advertising.