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Textiltechnik

Aida-Stoff

Englisch: Aida cloth

Ein offenmaschiger, gleichmäßiger Stoff mit natürlichem Maschengewebe, traditionell für Kreuzstichstickerei verwendet.

Aida-Stoff: Zählstoffgewebe für Handstickerei

Aida ist ein Leinwandbindungs-Zählstoff mit regelmäßiger, sichtbarer Gitterstruktur aus paarweise angeordneten Fäden. Die Bindung erzeugt deutliche quadratische Löcher an den Fadenschnittpunkten und ist damit der Standard-Untergrund für Kreuzstich und andere Zählstoff-Stickereien. Der Stoff besteht üblicherweise aus Baumwolle, es gibt aber auch Mischungen mit Leinen oder Acryl. Das Charakteristikum ist die Gleichmäßigkeit: Jedes Loch im Gitter ist in Größe und Abstand identisch, sodass eine Stickerein Löcher zählen und Muster präzise über jede Fläche hinweg arbeiten kann.

Der Stoff wird nach Fadenzahl bewertet, üblicherweise ausgedrückt als Anzahl der Löcher pro Zoll. Standard-Gewichte reichen von 11er Aida (grob; etwa 11 Löcher pro Zoll) über 14er, 16er, 18er bis zu 28er feiner Aida. Niedrigere Zählungen ergeben größere Stiche und schnelleres Arbeiten, höhere Zählungen ermöglichen dichtere, detailliertere Designs. Ein typischer 14er Aida, das gängigste Handelsgewicht, hat etwa 196 Löcher pro Quadratzoll. Die offene Bindung macht etwa 40 bis 50 Prozent der Stoffoberfläche aus, der Rest ist Fadenmaterial.

Aida wird in Standardbreiten, üblicherweise 45 bis 60 Zoll, und in präparierter Form verkauft: vorgeschnittene Quadrate für kleine Projekte oder Meterware für größere Arbeiten. Der Stoff ist oft mit einer Appreturgröße vorbearbeitet, um die Steifheit zu erhalten und ein Ausfransen bei der Verarbeitung und beim Sticken zu verhindern. Diese Appretur wäscht sich nach der Stickerei aus. Die Farbpalette reicht von Weiß und Creme bis zu Schwarz, Grau und gefärbten Tönen; die Farbwahl beeinflusst die Sichtbarkeit sowohl des Grundstoffs als auch des Stickgarns darauf.

Varianten und praktische Grenzen

Hardanger-Stoff und Leinen sind alternative Untergrund-Materialien für Zählstoff-Arbeiten, aber Aida dominiert den Massenmarkt, weil sein Gitter mechanisch regelmäßig und über Produktionsserien hinweg konsistent ist. Aida verträgt eine größere Bandbreite von Garnsorten und Nadeln als empfindliche Leinen. Der Nachteil liegt in der Ästhetik: Aida hat einen steiferen Griff und wirkt industrieller als traditionelles Leinen. Das Gitter ist auch in der fertigen Arbeit sichtbar, wenn die Stickerei es nicht vollständig abdeckt, was die Gestaltungsfreiheit gegenüber höheren Zählungen einschränkt.

Der Name stammt von Aida, der Marke von Zweigart, die diese Bindungsstruktur Mitte des 20. Jahrhunderts als kommerziellen Standard etablierte. Aida-artiger Stoff ist inzwischen bei allen Anbietern generisch. Häufige Ausfallerscheinungen sind Pilling bei zu aggressivem Arbeiten, Appretur-Verlust bei unsachgemäßem Vorwaschen und Farbbluten, wenn mit nicht echten Farbstoffen gefärbt. Das vorhersehbare Gitter des Stoffs ist auch in industriellen Stickmaschinen wertvoll, wo die Stabilität beim Aufrahmen und die Stich-Registrierung von der Regelmäßigkeit der Fadenzahl abhängen.

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