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Transport und Logistik

Air Ride

Englisch: air ride

Komfortable Fahrt in einem Fahrzeug durch ein aktives pneumatisches Federungssystem anstelle von Federn oder Hydraulik.

Air Ride: Federung, die statt Federn Druckluft nutzt

Air Ride bezeichnet ein Fahrzeudfedersystem, das Druckluftkammern nutzt, üblicherweise in Gummibalgen oder Metallbehältern, um das Gewicht des Fahrzeugs zu tragen und Straßenstöße abzufedern. Statt Stahlspiralffedern oder Blattfedern fungiert die Luft selbst als Federelement, verdichtet und gesteuert durch einen bordgestützten Kompressor, Trockner und Steuerventile. Dieses System ist Standard bei modernen Sattelanhängern, schweren Lastkraftwagen und zunehmend bei großen Bussen und Spezialfahrzeugen.

Ein typisches Air-Ride-System hält einen Druck von etwa 80 bis 100 psi in eigenen Luftfedern an jedem Rad oder pro Achsgruppe. Wenn ein Rad auf eine Unebenheit trifft, wird die Druckluft weiter verdichtet und dehnt sich anschließend aus, um das Rad wieder nach unten zu drücken und so das Fahrzeug und die Ladung zu federn. Eine Luftfederung lässt sich durch Druckeinstellung tunen und ermöglicht Bedienern, die Fahreigenschaften ohne mechanische Änderungen zu verändern. Einige Systeme haben elektronische Sensoren und Proportionalventile, die den Druck automatisch je nach Last anpassen und so die Sitzhöhe und Steifigkeit konstant halten, ob der Anhänger leer oder voll beladen ist.

Häufige Ausfallpunkte sind Luftfederschäden (erkennbar durch Durchsacken auf einer Ecke), Druckverlust durch undichte Dichtungen oder Verbindungen und Kompressorausfall. Der Trockner muss regelmäßig gewartet werden, da Feuchtigkeit im System in kalten Klimazonen die Steuerventile einfrieren oder innere Leitungen korrodieren kann. Eine ausfallende Luftfeder zeigt sich üblicherweise durch sichtbare Verbeulungen, Risse oder permanente Entspannung. Einige Systeme nutzen Hilffedern, kleinere mechanische Federn, die ein vollständiges Durchschlagen bei Druckverlust verhindern.

Air Ride wurde dominant in der schweren Nutzfahzeugtechnik, weil es Stöße besser als nur Federn aufnimmt, die Fahrermüdigkeit und Ladungsschäden bei Langstreckenfahrten reduziert. Das System ermöglicht auch Niveauregelung: Das Fahrzeug hält die Sitzhöhe automatisch, wenn sich die Ladungsmasse ändert, hält den Rahmen parallel zur Straße und verhindert Probleme mit Kingpin-Winkel oder Rahmenverformung. Einige Anhänger haben einstellbare Sitzhöhe zum leichteren Be- und Entladen oder um Brückengewichtsgrenzen einzuhalten, wobei das Senken der Federung Gewicht zwischen Achsen umverteilt.

Das System benötigt eine bordgestützte Luftversorgung, was im Vergleich zu passiver Blattfederung Komplexität hinzufügt. Der Kompressor läuft durchgehend, um Druck zu halten, und wird riemengetrieben vom Motor angetrieben. Ein defekter Kompressor oder Trockner verschlechtert auch die Bremsleistung, da die meisten Lastkraftwagen für Federung und Bremsen den gleichen Luftbehälter nutzen. Diese Kopplung macht Wartung der Luftfederung zu einem Sicherheitsthema, nicht nur zu einer Komfortfrage.

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