Luftbremse
Englisch: airbrake
Eine bewegliche Steuerfläche, die sich ausfährt, um den Widerstand zu erhöhen, ohne den Auftrieb zu beeinflussen; eine Vorrichtung zur aerodynamischen Bremsenwirkung.
Airbrake: Bremsfläche, die ein Flugzeug abbremst, ohne es in den Strömungsabriss zu führen
Ein Airbrake ist eine ausfahrbare Fläche, meist ein flaches Panel oder eine Klappentür, die senkrecht zur Anströmung ausfährt und aerodynamischen Widerstand erzeugt. Im Unterschied zu einem Spoiler, der den Auftrieb über einem Flügel unterbricht, erzeugt ein Airbrake Luftwiderstand am Rumpf oder an Steuerflächen, während die Flugfähigkeit des Flugzeugs erhalten bleibt. Diese Unterscheidung ist wichtig: Ein Spoiler kann einen Flügel gefährlich schnell zum Auftriebsverlust führen, während ein Airbrake einfach gegen die Luft drückt.
Airbrakes erfüllen zwei Hauptaufgaben. Erstens ermöglichen sie dem Piloten einen steilen Sinkflug ohne zu hohe Fluggeschwindigkeit, was beim Anflug von Reiseflughöhe auf einen Flugplatz oder beim Überwinden von Hindernissen entscheidend ist. Zweitens verkürzen sie die Landestrecke durch erhöhten Widerstand in der finalen Sinkphase und beim Ausrollen. Bei modernen Kampfflugzeugen und einigen Transportflugzeugen lassen sich Airbrakes im Reiseflug einfahren, um die Geschwindigkeit zu reduzieren, ohne an Höhe zu verlieren, oder symmetrisch einfahren, um Stabilität bei schnellen Sinkflügen zu gewährleisten.
Die physikalische Ausführung ist unterschiedlich. Kampfflugzeuge haben typischerweise Klappenbremsen an den Rumpfseiten oder am Leitwerk; die Lockheed F-104 Starfighter war mit großen Ventral-Flossen ausgestattet, die diese Funktion übernahmen. Kleinere Flugzeuge im Allgemeinen Flugverkehr haben einfache Flachbremsen oder schlitzförmige Airbrakes am Rumpf. Transportflugzeuge nutzen manchmal Spoiler als Airbrake-Funktion, indem sie sie symmetrisch (beide Flügel zusammen) statt differenziell (ein Flügel zur Rollsteuerung) einfahren. Kabel-, Hydraulik- oder Druckluftantriebe fahren sie aus und ein, mit Steuerung vom Flugdeck manuell oder automatisch.
Betrieb und Wartung
Unsymmetrisches Ausfahren oder fehlende symmetrische Betätigung können unerwünschtes Rollen oder Gieren auslösen; Wartungskontrollen überprüfen die Antriebsfunktion, die Scharnierintegration und ob die Ausfahrtsanzeigen mit der tatsächlichen Flächenposition übereinstimmen. Zu hohes Ausfahrtempo erzeugt Strukturlasten; jeder Flugzeugtyp hat Maximalgeschwindigkeiten beim Ausfahren und bei ausgefahrenem Zustand. Korrosion und Salzwasserbefall greifen Scharnierbolzen und Dichtungen des Antriebs an, besonders bei Seefernaufklärern oder Trägerflugzeugen. Festsitzende oder teilweise ausgefahrene Flächen erzeugen aerodynamisches Ungleichgewicht und erhöhen den Widerstand unvorhersehbar, was sofortige Fehlersuche vor dem Flug erfordert.
Der Begriff Airbrake wird manchmal allgemein für jede Widerstandsfläche verwendet, aber präzise Konstruktion unterscheidet ihn von Speed Brakes, Spoilern und Sturzbremsklappen durch Symmetrie und Ablauf beim Ausfahren. In der Fachpraxis umfasst ein "Airbrake-System" die Fläche selbst, die Antriebe, Steuerleitungen, Positionssensoren und die Flugregelungssoftware oder mechanische Auslegung, die das Ansprechverhalten steuert. Techniker müssen die flugzeugspezifische Ausfahrlogik verstehen: Manche Systeme fahren automatisch beim Anflug aus, andere bleiben rein unter Pilotenkontrolle.