Dirigible
Englisch: dirigible
Ein selbstfahrendes Luftschiff, das gesteuert werden kann.
Lenkluftschiff: das steuerbare Luftfahrzeug, das nicht ausstirbt
Ein Lenkluftschiff ist ein Luftfahrzeug mit Auftrieb aus einem gasgefüllten Ballon, typischerweise mit Helium oder historisch Wasserstoff, kombiniert mit motorischem Antrieb und einem Steuersystem, das dem Piloten erlaubt, es aktiv durch die Luft zu lenken. Anders als ein Ballon, der mit dem Wind treibt, hat ein Lenkluftschiff Motoren (üblicherweise Kolben- oder Dieselmotoren, bei modernen Ausführungen gelegentlich elektrisch) und Steuerflächen, die es ihm ermöglichen, unabhängig Kurs und Höhe zu halten. Der Name kommt aus dem Lateinischen dirigere, was lenken oder steuern bedeutet: der ganze Sinn ist, dass man es irgendwohin zielen kann und es fährt dorthin.
Die Hülle selbst ist der Druckbehälter. Moderne Lenkluftschiffe verwenden Gewebe, das mit synthetischen Polymeren laminiert ist, typischerweise Polyester oder Aramidfasergemische, die den Druckunterschied zwischen Traggas und Außenluft aushalten müssen. Der innere Gasdruck wird niedrig gehalten, nur wenige Zentimeter Wassersäule, daher ist die Hüllenkonstruktion weniger eine Frage der Festigkeit als vielmehr der Gasdichtheit. Innerhalb der Hülle befinden sich Ballonette, luftgefüllte Kammern, die den Druckausgleich wahren, wenn sich Außenluftdruck und Temperatur während des Flugs ändern. Die Ballonette werden beim Steigen oder Sinken automatisch belüftet, um zu verhindern, dass die Hülle schlapp wird oder platzt.
Größe, Geschwindigkeit und praktische Anwendung
Moderne einsatzfähige Lenkluftschiffe, manchmal Prallluftschiffe genannt wenn sie kleiner und weniger komplex sind, reichen von etwa 30 Metern bis 240 Metern Länge. Ein großes kommerzielles Lenkluftschiff fliegt mit Reisegeschwindigkeiten von 40 bis 80 Kilometern pro Stunde und kann mit einer Tankfüllung über 24 Stunden in der Luft bleiben. Die Nutzlast ist bescheiden, typischerweise 10 bis 50 Tonnen je nach Größe, aber die Fähigkeit zu schweben, langsam zu fahren und stationär zu bleiben macht Lenkluftschiffe wertvoll für Überwachung, Luftfotografie, Werbung und spezialisierte Hubarbeiten. Wartungspersonal muss Gastüchtigkeit und Drucküberwachung verstehen, Hüllenstoffkontrolle und Reparatur, Ballonette und Ventilfunction, und die Besonderheiten von Anlegemanövern am Mast oder an Handlingplätzen.
Die wichtigsten Ausfallarten spiegeln das Grundkonzept des Fahrzeugs wider. Hüllenrisse oder aufgerissene Nähte lassen Gas entweichen und führen zu Auftriebsverlust. Ballonettestörung führt zu Druckungleichgewicht und Verformung des Gerüsts. Korrosion von inneren Gasrohren oder Ventilfestigkeit können Feuchte einlagern oder Lecks zulassen. Wettergefährdungen sind Windscherung beim Steigen, die Biegung am Flugwerk verursachen kann, und Blitzschlag auf die leitfähige Hülle. Anlegemanöver verursachen die meisten Unfälle, da Windböen oder schlechte Koordination des Bodenpersonals Pendelschlag oder Umkippen hervorrufen können.
In der Luftfahrt nehmen Lenkluftschiffe eine Nische ein, die viel kleiner ist als die von Flächenflugzeugen, die aber nicht verschwunden ist. Behördliche Aufsicht unterscheidet sich je nach Land; in den USA klassifiziert die FAA Prallluftschiffe ohne internes Gerüst anders als halbstarre und starre Typen. Militär- und Küstenschutzseevermessungsdienste betreiben Lenkluftschiffe für Langzeitpatrouille. Der Begriff starres Lenkluftschiff oder Zeppelin (historisch nach seinem deutschen Erfinder benannt) bezieht sich auf ein Luftfahrzeug mit einem inneren Aluminium- oder Duralumingerüst, das die Hülle und Nutzlast trägt: solche Fahrzeuge brauchen anspruchsvollere Bodenunterstützung, können aber in schlechterem Wetter fliegen. Moderne kommerzielle Lenkluftschiffe sind fast immer nichtstarr oder halbstarr, und Helium ist seit den 1950er Jahren Standard.