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Industrieelektronik

AMPS

Advanced Mobile Phone System, American Mobile Phone System, Analog Mobile Phone System.

AMPS: das Analognetz, das Mobiltelefone startete

AMPS steht für Advanced Mobile Phone System und war der erste Mobilfunkstandard, der kommerziell in den USA eingeführt wurde. Bell Labs entwickelte das System 1973, die FCC genehmigte es 1982. AMPS war ein 900-MHz-Analogsystem, das frühere Autotelefon-Netze ersetzte. Das Prinzip: Funkzellen, jede mit einem schwachen Sender. Diese Zellenstruktur ermöglichte Frequenzwiederverwendung in sicheren Abständen und steigerte die Kapazität gegenüber älteren Mobilfunk-Diensten erheblich.

Das System nutzte Frequenzmodulation (FM) auf dem Sprachkanal und arbeitete mit 30-kHz-Kanalabstand. Jeder Anruf belegte einen eigenen Kanal für die gesamte Verbindungsdauer. AMPS-Netze brauchten Basisstationen, verbunden durch Landleitungen, Mikrowellen- oder Faserverbindungen zu den mobilen Telefon-Vermittlungsstellen (MTSOs). Ein Mobilgerät sendete auf einer Frequenz und empfing auf einer anderen; die Basisstation schaltete beim Übergang zwischen Zellen automatisch um.

Einsatz und internationale Verbreitung

AMPS-Netze gingen 1983 in Chicago in Betrieb und verbreiteten sich in den 1980er und 1990er Jahren über Nordamerika. International übernahm man den Standard unter verschiedenen Namen: In Japan hieß er JAMPS, Europa entwickelte zunächst den Analogstandard C-450, bevor es zu GSM überging. Die maximale Kapazität eines AMPS-Netzes lag bei etwa 1.600 gleichzeitigen Anrufen pro Zelle, begrenzt durch die 25-MHz-Zuweisung. Der Zellenwechsel erfolgte in den meisten Systemen in Intervallen von 0,9 Sekunden, manchmal hörbar als kurzes Klicken.

Das Netz erforderte Teilnehmerauthentifizierung durch MIN (Mobile Identification Number) und ESN (Equipment Serial Number)-Paare. Die Sendeleistung von Handsets reichte von 0,6 Watt bei tragbaren Geräten bis 3 Watt bei Autotelefonen. AMPS-Netze blieben etwa 30 Jahre in Betrieb. Die FCC forderte von Betreibern bis Februar 2022 die Aufrechterhaltung des AMPS-Service, aber die meisten hatten Kunden bereits viel früher auf digitale Netze (CDMA, GSM, LTE) migriert.

AMPS hat historische Bedeutung als Grundlage moderner Mobilfunk-Architektur, doch für aktuelle Arbeit braucht man keine Detailkenntnisse des Systems. Techniker und Ingenieure treffen auf AMPS vor allem bei der Außerbetriebnahme alter Systeme, bei Spektrum-Umverteilung und in der historischen Dokumentation der Netzentwicklung.

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