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Bahntechnik

Angus

Spitzname für die Achsfolge 0-8-8-0 bei Lokomotiven.

Angus: die 0-8-8-0 Gelenklokomotive zum Kohletransport

Die Angus war eine spezifische Klasse von Gelenkdampflokomotiven mit der Achsformel 0-8-8-0, also acht Triebachsen auf jedem der zwei unabhängigen Lokomotivrahmen, ohne Lauf- oder Nachlaufachsen. Diese Maschinen waren speziell für schwere, langsame Arbeit mit Kohlezügen und Erzzügen gebaut, wo es um Zugkraft ging, nicht um Geschwindigkeit. Das 0-8-8-0-Design legte das gesamte Gewicht direkt auf die Schienen über den Triebrädern, konzentrierte die Kraft in einem flach gebauten Paket, das ideal für steile Rampen und schwere Zuglasten war.

Die Gelenkbauweise war das Geheimnis, um eine 0-8-8-0 zum Laufen zu bringen. Zwei Sätze von Triebrädern saßen auf unabhängig pendelnd gelagerten Lokomotivrahmen, die am Kessel miteinander gekoppelt waren. Das ermöglichte dem hinteren Rahmen, unter dem vorderen in Kurven zu pendeln, ohne sich festzufahren. Dampf aus einem einzigen Kessel speiste Zylinder auf beiden Rahmen, sodass man die Zugkraft einer riesigen Lokomotive bekam, ohne sie so starr bauen zu müssen, dass sie auf einer Gebirgsbahn entgleisen würde.

Kohle- und Erzverkehr in den amerikanischen Kohlerevieren

Angus-Lokomotiven fuhren hauptsächlich Mitte des 20. Jahrhunderts in der amerikanischen Kohleregion, wo sie sich den Ruf für stetiges, unermüdliches Ziehen an Gebirgsrampen erarbeiteten. Es waren langsame Maschinen, oft auf unter 15 Meilen pro Stunde begrenzt, konnten aber einen beladenen Zug eine Rampe hinauf bewegen, wo andere Lokomotiven stehen bleiben würden. Die breite Spur und der niedrige Schwerpunkt machten sie stabil statt elegant, und diese Stabilität hielt sie auf den Schienen, wenn es hart zur Sache ging.

Der Kessel einer Angus war groß, aber relativ kurz, um in die Gelenkrahmengeometrie zu passen. Rostfläche und Wassermenge waren groß genug, um Stunden intensiver Dampfentwicklung durchzuhalten. Der Kohlenverbrauch war hoch, und die Maschine erforderte sorgfältige Bedienung, um den Dampfdruck unter Last zu halten; eine schlecht gefeuerte Angus verlor unter Rampenlast schnell an Kraft.

Der Name Angus selbst kam wie die meisten Spitznamen für Lokomotivklassen wahrscheinlich von einer bestimmten Eisenbahn oder einem bekannten Exemplar, das der Bauart einen Namen in Lokschuppenkonversationen gab. Anders als bei vielen amerikanischen Personenzuglokomotivenklassen ist Angus aber in gedruckten Geschichtswerken nicht so gut dokumentiert, weshalb der genaue Ursprung des Begriffs unsicher ist. Klar ist nur, dass die 0-8-8-0 im Grunde ein Arbeitstier war, das brutale repetitive Arbeit verrichtete, die niemand fotografierte, es sei denn, sie ging kaputt.

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