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Schiffbau und Werft

Antenne

Englisch: antenna

Rah, an welche das Lateinersegel befestigt ist und das dann am Mast hochgehißt wird.

Antenne: der diagonale Spar, der ein Lateinsegel setzt

Eine Antenne ist ein langer Spar, typischerweise aus Holz oder modernem Aluminium, der diagonal vom Mast zur äußeren Ecke eines Lateinsegels verläuft. Der Kopf und der Fuß des Segels sind beide an diesem Spar befestigt oder festgebunden, der dann als eine Einheit am Mast hochgezogen wird. Diese Takelage, verbreitet bei mediterranen Seglern und noch heute bei traditionellen Dhaus und Feluken zu sehen, ermöglicht es, das Segel zu setzen und zu trimmen, ohne dass ein separater Baum entlang der unteren Kante erforderlich ist.

Die Antenne muss stark genug sein, um sowohl das Gewicht des Segels als auch die Windkräfte zu tragen, aber leicht genug, um von Hand oder mit Takelage hochgezogen und bewegt zu werden. Der Winkel, unter dem die Antenne liegt, typischerweise etwa 45 Grad wenn das Segel gesetzt ist, beeinflusst unmittelbar, wie effizient das Segel sich dem Wind präsentiert. Anders als bei einer modernen Gaffeltakelage, wo die oberen und unteren Späre unabhängig sind, bilden Antenne und Mast eine feste geometrische Beziehung, die der Segler durch Heben oder Senken des Antennenfußes am Mast einstellt.

Praktische Anwendung und Handhabung

Beim Vorbereiten zum Setzen eines Lateinsegels befestigt die Besatzung die Antenne an ihrem unteren Ende an einem Beschlag am Mast, genannt Parel oder Sling, der dem Spar eine leichte Rotation und Verschiebung ermöglicht. Das Segel wird angelegt, indem sein Vorliek und Achterliek an die Antenne festgebunden werden. Wenn die Antenne mithilfe von Fallfallen am Mast hochgezogen wird, entfaltet sich das Segel und der Spar schwenkt aus, das Segel füllt sich, wenn Wind es erfasst. Das Senken der Antenne kehrt diesen Vorgang um und bringt das Segel in einem kompakten Bündel herunter.

Schäden an einer Antenne entstehen meist durch die Belastung beim Wenden in starkem Wind, wenn der Spar durch einen großen Bogen geschwungen werden muss und das Segel beträchtliche Kräfte erfährt. Späre können splittern, verdrehen oder Risse an der Stelle entwickeln, wo die Takelage befestigt ist. Bei Holzschiffen ist die Antenne typischerweise vom dicken Mastende zum dünneren äußeren Ende verjüngt, was zu Bruchstellen führen kann, wenn das Holz ungleichmäßig austrocknet oder wenn ein Schlag auf den dünneren Teil auftrifft.

Das Wort Antenne selbst hat in der englischen Schifffahrtsterminologie eine undeutliche Etymologie; einige Quellen verbinden es mit dem lateinischen Wort für einen Stab oder Mastarm, aber sein Eindringen in das Vokabular englischer Seeleute ist unklar. Der Begriff bleibt der Standard in englischsprachigen nautischen Nachschlagewerken, obwohl die Lateintakelage heute weniger verbreitet ist als früher. In anderen Sprachen, besonders mediterranen, bestehen unterschiedliche Bezeichnungen für diesen Spar je nach lokaler Tradition fort, was das Vokabular von Lateintakelung getakelten Schiffen für das Verständnis regionaler Schiffbautraditionen wertvoll macht.

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