aquaplanen
Englisch: aquaplane
Bei einem Kraftfahrzeug die Bodenhaftung durch Wasserglattebildung unter den Reifen verlieren
Aquaplaning: wenn Wasser deine Reifen von der Straße hebt
Aquaplaning tritt auf, wenn sich zwischen Reifen und Fahrbahn schneller eine Wasserschicht aufbaut, als der Reifen sie verdrängen kann. Der Reifen verliert dadurch den Kontakt zum Asphalt. Das Fahrzeug gleitet weiter, aber ohne Reibung und ohne Lenkung, da es auf dem Wasserfilm schwimmt. Das passiert am häufigsten auf nassen Straßen bei höheren Geschwindigkeiten, typischerweise über 50 km/h, je nach Wassertiefe, Straßenoberfläche und Reifenzustand.
Das Phänomen ist rein physikalisch. Wasser ist nicht kompressibel. Wenn die Profilrillen eines Reifens das Wasser nicht schnell genug abführen können, baut sich Druck unter dem Reifen auf und hebt ihn minimal von der Fahrbahn ab. Bereits 2 bis 3 Millimeter Wasser auf einer glatten Straße können Aquaplaning bei Autobahngeschwindigkeit auslösen. Abgefahrene Reifen mit flachem Profil (unter 1,6 mm an den Verschleißindikatoren) sind viel anfälliger, ebenso Reifen mit zu niedrigem Luftdruck oder zu hoher Belastung.
Ein aquaplaningfahrer hat keine Lenkung und keinen Bremsgri. Das Fahrzeug rutscht in Fahrtrichtung, unabhängig davon, wo die Räder stehen. Um wieder Kontrolle zu bekommen, sollte man vom Gas gehen, abruptes Bremsen oder Lenken vermeiden und warten, bis die Reifen wieder Kontakt bekommen, wenn die Geschwindigkeit sinkt oder Wasser verdrängt wird. Hartes Bremsen bei aquaplaningenden Reifen kann zum Schleudern oder Drehen führen.
Die Straßenoberflächenstruktur spielt eine große Rolle. Glatte Asphalte oder Betonautobahnen, besonders solche, die durch starken Verkehr poliert sind, sind hochriskant. Neuere Straßenbeläge mit hochwertigem Bitumen mit hoher Griffigkeit entwässern Wasser besser. Ein leichtes Gefälle und Verschleiß an den Fahrbahnmarkierungen fördern die Wasserableitung, während stehendes Wasser auf flachen oder beschädigten Flächen Aquaplaning wahrscheinlicher macht. Auch Fahrbahnmarkierungen können Wasser zurückhalten und lokale Aquaplaningzonen schaffen.
Der Begriff stammt aus dem Motorsport, wo Fahrer auf nassen Strecken erstmals den Griffverlust durch stehendes Wasser dokumentierten und das Gefühl mit einem auf Wasser gleitenden Flugzeug verglichen. Aquaplaning unterscheidet sich von Hydroplaning, einem Synonym in Nordamerika, obwohl beide denselben Tractionsverlust beschreiben. Es ist eine Gefahr, die in Fahrkursen für fortgeschrittene Fahrer behandelt wird, und spielt eine Rolle in Straßenbaustandards, die Drainage und Oberflächeneigenschaften für stark befahrene Strecken vorgeben.