Astrobot
Englisch: astrobot
Roboter, der zum Arbeiten im Weltall konzipiert ist.
Astrobot: eine Maschine, die gebaut ist, um jenseits der Erde zu überleben und zu arbeiten
Ein Astrobot ist ein ferngesteuertes oder autonomes Robotersystem, das im Vakuum, unter Strahlung und bei extremen Temperaturbedingungen im Weltall arbeiten kann. Im Gegensatz zu Robotern auf der Erde müssen Astrobots ohne atmosphärische Kühlung funktionieren, in fast völliger Dunkelheit oder blendender Sonneneinstrahlung, und oft unter starken Beschränkungen bei Masse, Energie und Reparaturmöglichkeiten. Der Begriff kommt in der Fachliteratur selten vor, wo Weltraumroboter oder Bahnmanipulator gebräuchlicher sind; "Astrobot" wird hauptsächlich in der japanischen und europäischen Raumfahrttechnik verwendet und hat sich im Englischen nie als Standard durchgesetzt.
Die Hauptaufgabe eines Astrobots ist die Ausführung von Aufgaben, die Menschen nicht sicher oder gar nicht durchführen können: Nutzlasten andocken, Strukturen zusammenbauen, Reparaturen außerhalb eines Raumfahrzeugs durchführen oder Operationen auf Planeten und Monden durchführen. Der Canadarm (Canadarm2) auf der Internationalen Raumstation ist das berühmteste Beispiel, ein 17,6 Meter langer Roboterarm, der in der Schwerelosigkeit 116.000 Kilogramm heben kann. Kleinere Astrobots sind der DEXTRE-Manipulator, der mit Präzisionswerkzeugen arbeitet, und der Rosalind-Franklin-Rover (ESA), der auf dem Marsboden eingesetzt wird.
Die Ausführungsvarianten hängen vom Einsatzgebiet ab. Bahngestützte Astrobots arbeiten im Vakuum und in Strahlungsgürteln und benötigen strahlungsgehärtete Elektronik und Materialien, die gegen thermische Zyklen zwischen sonnenbeschienenen und schattigen Zonen beständig sind. Diese können sich in Minuten von 120 Grad Celsius auf minus 160 Grad Celsius ändern. Mond- und Planetenastrobots müssen Regolith-Verschleiß, Mikrometeoriteneinschläge und elektrostatische Aufladung durch Staub verkraften. Marsrover arbeiten in einer dünnen Kohlendioxidatmosphäre mit saisonalen Staubstürmen, die die Solarstromversorgung verringern; dies führte zur Entwicklung von Kameras und Sensoren, die gegen allgegenwärtige Staubverschmutzung beständig sind.
Kritische technische Herausforderungen
Astrobots fallen aus, wenn die Wärmeregelung ausfällt, wenn Staub in bewegliche Gelenke eindringt, wenn Strahlung Halbleiter abbaut, oder wenn die Kommunikationsverzögerung (bis zu 22 Minuten Hin- und Zurück zum Mars) das System zu autonom für sein Design macht. Energie ist chronisch knapp. Solarpanels wiegen mehr als Batterien bei gleichwertiger Energiemenge, doch Batterien verschlechtern sich schnell bei extremen Temperaturen. Gelenke und Lager, die auf der Erde reibungslos funktionieren, können sich im Vakuum festsetzen oder blockieren, weil die atmosphärische Dämpfung wegfällt und sich die Schmierölviskosität ändert. Materialien, die bei Raumtemperatur duktil sind, werden spröde; manche Klebstoffe und Ausgasungspolymere versagen katastrophal.
Der Begriff "Astrobot" verbindet "Astro" (Weltall) mit "Roboter" nach dem Namensmuster, das in den 1960er Jahren mit der Raumfahrt entstand. Er bleibt ein Nischenbegriff, weil Weltraumrobotik selbst ein kleines, spezialisiertes Gebiet ist, auf dem Missionen eher spezifische Namen tragen (Perseverance, Huyang, MECHANT) als allgemeine Klassifizierungen. Das Wort hat in Werbung gewisses Gewicht, aber wenig rechtliche oder vertragliche Bedeutung in der Raumfahrttechnik, wo Ausführungen nach Funktion, Masse und Mission definiert werden, nicht nach Kategorie.