ADSL
Englisch: asymmetric digital subscriber line
Kommunikationssystem mit moderat hohen Übertragungsgeschwindigkeiten, die in jeder Richtung unterschiedlich sind.
ADSL: schnellerer Download als Upload über Kupfer-Telefonleitungen
Asymmetric Digital Subscriber Line, kurz ADSL, ist eine Datenübertragungstechnik, die über Standard-Kupfertelefonieeditungen funktioniert. Sie teilt die verfügbare Bandbreite ungleichmäßig zwischen Downstream (zum Nutzer hin) und Upstream (vom Nutzer weg) auf und bietet typischerweise Download-Geschwindigkeiten von 1 bis 24 Megabit pro Sekunde gegenüber Upload-Geschwindigkeiten von 0,5 bis 3,5 Megabit pro Sekunde. Diese Asymmetrie spiegelt die reale Nutzung wider: Die meisten Menschen laden deutlich mehr Inhalte herunter, als sie versenden.
Die Technologie erreicht dies, indem sie das Kupferpaar mit Frequenzmultiplexing in drei Frequenzbänder aufteilt. Die höchsten Frequenzen tragen das Downstream-Signal, mittlere Frequenzen transportieren Upstream-Verkehr, und das niedrigste Band behält den ursprünglichen Sprachkanal, was gleichzeitigen Telefondienst auf derselben Leitung ermöglicht. Splitter am Kundenende und beim Telefonvermittlungsamt trennen diese Signale und leiten sie an die entsprechende Ausrüstung weiter.
Reichweite und Signalverluste
Die ADSL-Leistung verschlechtert sich mit zunehmender Entfernung vom Vermittlungsamt erheblich. In 1 Kilometer Entfernung ist die volle Nenngeschwindigkeit erreichbar; bei 5,5 Kilometern fallen die Geschwindigkeiten oft unter 1 Megabit pro Sekunde. Die Leitungsqualität ist gleich wichtig: schlechte Kabelzustände, Bridge Taps und elektrische Störungen reduzieren die maximal erreichbare Rate. Ein Techniker misst das Signal-Rausch-Verhältnis auf der Leitung, um vorherzusagen, ob ein Kundenstandort ADSL überhaupt unterstützen kann, geschweige denn mit beworbenen Geschwindigkeiten.
Die Technologie kam Mitte der 1990er Jahre auf den Markt, um Internet- und Videodienste über vorhandene Telefoninfrastruktur bereitzustellen, ohne das Kupfernetz auszutauschen. Standards wie ADSL2 und ADSL2+ erhöhten später die Höchstgeschwindigkeiten auf 24 bzw. 28 Megabit pro Sekunde, aber die grundlegende Asymmetrie blieb bestehen. ADSL wurde in vielen Märkten durch faserbasierte Technologien verdrängt, ist aber noch in Gegenden verbreitet, wo die Kupferinfrastruktur dicht ist und der Glasfaserausbau weiterhin unwirtschaftlich bleibt.