Rappe
Englisch: balk
ein ungepflügter Streifen, der im Feldflursystem durch die Wirkung des Pflügens entsteht
Rainstreifen: der ungepflügte Streifen zwischen Pflugland
Ein Rainstreifen ist ein durchgehender Streifen ungenutzten Landes, typischerweise ein bis zwei Meter breit, der zwischen gepflügten Feldern oder zwischen einzelnen Streifen eines Flurstücks stehen gelassen wird. Er markiert eine Grenzlinie und dient sowohl als praktische Folge der Pflügetechnik als auch als bewusste Landeinteilung. Der Rainstreifen entsteht dadurch, dass der Pflüger den Pflug am Ende jeder Furche wendet; um keine Arbeit zu verschwenden und die Bodenstruktur in der Grenzzone nicht zu beschädigen, wurde dieser schmale Streifen sich selbst überlassen oder als Weg genutzt.
Im Dreifeldersystem der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Landwirtschaft bildeten Rainstreifen ein Netzwerk ungenutzter Flächen, das die Feldmark in einzelne Besitzungen und Abschnitte unterteilte. Das Ackerland eines Pächters konnte über mehrere Streifen verteilt sein, von denen jeder durch einen Rainstreifen vom nächsten getrennt war. Dieses System machte die Rainstreifen zu wesentlicher Infrastruktur: Sie verhinderten Bodenwanderung zwischen benachbarten Feldern, gewährleisteten Zugang zu ansonsten umschlossenen Parzellen und lieferten Weideland für Vieh sowie Material für Brennstoff oder Zäune. Die Lage des Rainstreifens war durch Gewohnheitsrecht festgelegt und markierte die rechtliche Grenze zwischen dem Besitz des einen und des anderen.
Physische Form und Funktion
Rainstreifen waren natürlicherweise krautreich, oft bewachsen mit rauem Gras, Nesseln und zähen Kräutern, die Betreten und gelegentliche Beweidung ertrugen. In Kreide- oder Kalkgebieten wurden Rainstreifen zu ausgeprägten Rücken, weil das ungepflügte Erdreich höher lag als das benachbarte Pflugland. In Tonböden entwickelten sie ein sanfteres Profil, konnten aber vernässt werden und verursachten Drainageprobleme auf dem Hauptfeld. Viele Rainstreifen waren schmal genug, um von einem Pferd übersprungen zu werden, aber breit genug, um dem Pflüger einen Platz zum Ausruhen oder zum Wenden seines Gespanns zu bieten.
Der Rückgang der Rainstreifen beschleunigte sich mit den Agrarverbesserungen ab dem 18. Jahrhundert. Geschlossene Feldflur machte Grenzstreifen überflüssig, Drainagemaßnahmen beseitigten Rainstreifen, die den Wasserabfluss behinderten, und der Übergang zu größerem mechanisiertem Gerät machte Rainstreifen zu Hindernissen statt Vermögenswerten. Allerdings stellt die moderne Naturschutzpraxis Rainstreifen gezielt wieder her und erkennt ihren Wert als Biotopkorridore für Wildpflanzen und Insekten in intensiv bewirtschafteten Landschaften an.