Laufring
Englisch: ballrace
Ein Ring mit einer Rille, in der Wälzelemente wie Kugeln laufen und der Bestandteil eines Wälzlagers ist, etwa eines Kugellagers.
Laufring: der gerillte Ring, der die Kugeln hält
Ein Laufring ist einer der beiden gehärteten Stahlringe, aus denen ein Kugellager besteht. Er hat eine präzise bearbeitete Rille, oder Lauffläche, rund um seinen Umfang, in der die Kugeln sitzen und rollen. Der innere Ring (Innenring) dreht sich auf einer Welle; der äußere Ring (Außenring) sitzt in einem Gehäuse. Die Kugeln rollen in den Rillen und reduzieren die Reibung zwischen beweglichen und stillstehenden Teilen. Die meisten Industrie-Kugellager bestehen aus zwei Laufringen und einem Satz Wälzkörper, typischerweise Stahlkugeln mit Durchmessern von 2 mm bis 50 mm, je nach Lagergröße.
Das Rillenprofil ist entscheidend für die Lagerleistung. Die Laufringrille ist üblicherweise ein Kreisbogen, etwas größer als der Kugeldurchmesser, sodass die Kugel in der Rille sitzt und nicht zusammengepresst wird. Die Kontaktspannung zwischen Kugel und Laufring ist enorm und konzentriert sich auf eine sehr kleine Fläche. Doch die Härte des Stahls (typischerweise 58 bis 65 HRC nach der Wärmebehandlung) und die glatte Oberfläche verhindern schnellen Verschleiß. Laufringe werden auf extrem enge Toleranzen geschliffen, oft besser als 0,001 Zoll, weil jede Abweichung zu Vibrationen und ungleichmäßiger Belastung führt.
Häufige Ausfallmöglichkeiten und Varianten
Laufringe versagen hauptsächlich durch Abplatzen, wenn nach Millionen von Lastzyklen kleine Späne von der Rillenfläche abbrechen. Verschmutzung ist der zweite Grund: ein einzelnes Körnchen Schleifersand, das in einen Laufring eingelagert ist, kann ihn kratzen und aufrauen und beschleunigt das Abplatzen. Unzureichende Schmierung führt zu Reibschweißung und Verschrammen. Eine Fehlausrichtung zwischen den beiden Ringen zwingt die Kugeln zum Gleiten statt zum Rollen, was Hitze und Verschleiß erzeugt. Bei Hochgeschwindigkeitsanwendungen treiben Fliehkraft und Kreiseleffekte die Kugeln nach außen und erhöhen ihre Kontaktspannung auf dem Außenring.
Laufringe werden aus durchgehärtetem Kohlenstoffstahl oder durchgehärtetem Edelstahl hergestellt. Keramik-Hybridlager verwenden Siliziumnitrid-Kugeln gegen Stahlringe, um Gewicht und Wärme in Hochgeschwindigkeitsspindeln zu reduzieren. Kegelrollenlager, verwendet in Fahrzeugradnaben und Getrieben, haben kegelförmige Ringe statt kreisförmiger Rillen, wodurch sie kombinierte Radial- und Axiallasten bewältigen können, die ein Kugellager überlasten würden.
Der Begriff Laufring ist hauptsächlich britische und Commonwealth-Bezeichnung; Ingenieure in Nordamerika sagen typischerweise ball bearing race oder einfach race. Das Wort race selbst stammt aus dem Altfranzösischen und bedeutet Bahn oder Laufstrecke, was den Weg, den die Kugeln folgen, treffend beschreibt. Bei Werkzeugmaschinen-Spindeln wirken Lagervorspannung, Schmierungstyp und Dichtungsausführung zusammen auf die Haltbarkeit des Laufrings, weshalb die Lagerauswahl eine Systemsentscheidung und kein einfacher Teilaustausch ist.