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Forst und Holz

Kammsäge

Englisch: barber chair

Baum, der beim Fällen vertikal aufspaltet und teilweise stehen bleibt, während der Rest umfällt.

Barbiersessel: ein Baum, der sich spaltet statt zu fallen

Ein Barbiersessel entsteht, wenn ein gefällter Baum sich längs der Faserrichtung spaltet, bevor er sich vollständig vom Stumpf trennt. Der Stamm bricht vertikal auf und hinterlässt einen aufrecht stehenden Stammabschnitt (der "Sessel"), während die Hauptmasse des Baums zur Seite gefallen ist. Dies erzeugt eine instabile, gefährliche Situation, in der der stehende Abschnitt unter extremer Druckbelastung steht und ohne Vorwarnung brechen oder gewaltsam schnellen kann.

Die Spalte beginnt normalerweise am Stumpf oder knapp darüber, ausgelöst durch das Gewicht und die Kraft des fallenden Baums. Wenn der Hauptstamm umkippt, spaltet sich die Faser, anstatt sauber zu scheren, besonders bei Bäumen mit ausgeprägtem radialen Faserverlauf oder inneren Rissen. Weichhölzer wie Kiefer und Fichte sind anfälliger für Barbiersesselbildung als Harthölzer, aber es kann unter ungünstigen Bedingungen bei jeder Holzart auftreten. Die Spalte folgt normalerweise dem Weg des geringsten Widerstands durch die Holzstruktur und strahlt oft vom Kernholz nach außen.

Warum es passiert und wie man es erkennt

Barbiersesselbildung ergibt sich aus mehreren Faktoren: übermäßige Rücklage (der Baum lehnt sich in die Fallrichtung zurück), unzureichende Kerbtechnik und hohe Zugkräfte, die den Baum ungleichmäßig belasten. Ein Baum mit deutlicher Verjüngung, wo der Durchmesser vom Schaft zur Krone schnell abnimmt, ist anfälliger, weil die Gewichtsverteilung ungleichmäßige Spannungen erzeugt. Die Situation wird unmittelbar nach dem Zurückziehen der Säge sichtbar; statt eines sauberen Falls erscheint der stehende Abschnitt, oft mit splitterigem Faserverlauf an der Oberfläche.

Die Gefahr liegt in der gespeicherten Energie. Der stehende Abschnitt ist wie eine Feder unter Druck, und die Faseraufspaltung erzeugt scharfe Spannungspunkte. Das Holz kann weiter brechen, der stehende Teil kann kippen und unvorhersehbar fallen, oder Splitter können zu Geschossen werden. Arbeiter dürfen sich einem Barbiersessel nicht nähern und nicht versuchen, ihn mit Handwerkzeugen zu fällen oder durch Neuschneiden zu beseitigen; die richtige Reaktion ist, den Bereich zu verlassen und den stehenden Abschnitt mit einem zweiten Schnitt aus sicherem Winkel zu fällen oder zur späteren Entfernung mit mechanischer Ausrüstung zu markieren.

Die Vorbeugung hängt von korrekter Fälltechnik ab: richtige Kerbgeometrie, angemessene Scharnierstärke, Bewertung der Rücklage vor dem Schneiden und Verständnis der spezifischen Faserausrichtung jedes Baums. Horizontaler Faserverlauf, der leicht spaltet, erfordert andere Handgriffe als verflochtener Faserverlauf. Professionelle Fäller lernen, das Barbiersesselrisiko durch Lesen der Baumneigung, Verjüngung und Astgewichtsverteilung vor dem Sägenansetzen zu bewerten.

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