Abraumhalde
Englisch: barrow
Ein Haufen von Müll, Gestein oder sonstigen Abfällen.
Bergehalde: die Gesteinsansammlung, die beim Abbau von Erz zurückbleibt
Eine Bergehalde ist eine Ansammlung von Abraum, Ton, Schieferstein oder anderem Deckgebirge, das bei Bergbau- oder Abbauarbeiten entfernt wird. Im Gegensatz zu Tailings, die feingemahlene Rückstände aus der Aufbereitung sind, besteht eine Bergehalde aus größeren Gesteinsfragmenten, die an der Abbaufront liegen oder nach dem Aushub in der Nähe abgelagert werden. Das Material hat keinen wirtschaftlichen Wert und bleibt deshalb übrig, weil das Gewinnen des gewünschten Minerals oder Steins notwendig machte, es zur Seite zu schaffen.
Bergehalden reichen von kleinen Abraumhaufen bei oberflächennahem Abbau bis zu riesigen terrassierten Rücken bei Tagebauen. Die Zusammensetzung hängt ganz von der Geologie ab: eine Kohleberghalde kann Schieferstein und Tonstein enthalten, eine Metallerzberghalde Quarz und Nebengestein, eine Schiefersteinbruch-Berghalde unbrauchbaren oder falsch gelichteten Schiefer. Die Körnung ist für die Bewirtschaftung wichtig: grobe Fragmente entwässern frei und verfestigen sich schnell, während tonreiche Bergehalden langsam verdichten und bei starkem Regen abrutschend können.
Frühere Betreiber schütteten Bergehalden einfach am Rand auf und schufen damit instabile Hügel, die viele Industrielandschaften noch heute prägen. Moderne Praxis sieht eine geplante Ablagerung vor: Material in Schichten verteilen, in Lagen verdichten und Böschungen so gestalten, dass Erosion verhindert wird. Zunehmend wird Berghaldematerial für Verfüllung, Straßenbau oder Landschaftsrenaturierung wiederverwendet, statt es als dauerhaften Abfall liegen zu lassen.
Der Begriff Berghalde stammt aus dem Altenglischen und bezeichnet einen Haufen oder Hügel; er findet sich in Bergbauunterlagen mindestens seit dem 16. Jahrhundert. In manchen Regionen, besonders in Schottland und Nordengland, ist Berghalde weiterhin gleichbedeutend mit jedem Abraumhaufen an der Oberfläche. Das Wort sollte nicht mit barrow verwechselt werden, dem Handwagen, obwohl historisch der Handwagen tatsächlich zum Befördern solcher Materialien verwendet wurde.
Eine schlecht bewirtschaftete Berghalde birgt echte Gefahren: Böschungsversagen kann Maschinen oder Arbeiter verschütten, feine Körner, die abgeschwemmt werden, verunreinigen Gewässer, und freiliegendes pyritführendes Gestein oxidiert und erzeugt Säuerung. Behörden verlangen heute eine Stabilitätsprüfung, Entwässerungsplanung und Langzeit-Instandhaltungspläne, bevor Bergehalden größere Ausmaße erreichen.