Stockwerksbau
Englisch: stockwork
Ein Abbausystem für Erze in massiven Lagern (nicht in Schichten oder Adern), bei dem das Erz in Kammern oder Sohlen gewonnen wird.
Stockwerk: Erz, das in Blöcken abgebaut wird, nicht in Adern oder Schichten
Stockwerk ist ein Abbauverfahren, das angewendet wird, wenn Erz als feinverteilte Masse vorkommt und nicht als deutliche Adern oder geschichtete Flöze. Anstatt einer dünnen Erzlinie folgen die Bergleute einem großen Volumen niedriger konzentrierter Erze, indem sie ein Gitternetz von Abbaukammern schaffen, die durch Pillar aus Bergematerial getrennt sind. Die Kammern werden typischerweise in aufeinanderfolgenden horizontalen Ebenen, sogenannten Sohlen, gewonnen und ermöglichen so einen systematischen Abbau durch den gesamten Erzkörper.
Dieses Verfahren eignet sich für Porphyrvorkommen und bestimmte massive Sulfidlagerstätten, bei denen wertvolle Mineralien über eine große Gesteinsmasse verteilt sind mit relativ gleichmäßiger Konzentration. Kupferporphyre beispielsweise können 0,5 bis 2 Prozent Kupfer enthalten, das über Millionen Tonnen Gestein verteilt ist. Der unterirdische Stockwerkabbau schafft eine wabenähnliche Struktur: Die Bergleute gewinnen Erz aus Kammern, während sie strategische Pillar stehen lassen, um das überlagernde Gestein zu stützen. Mit fortschreitendem Abbau können die Pillar schrittweise entfernt oder je nach Standsicherheitsanforderungen stehen gelassen werden.
Das charakteristische Merkmal ist die Kammer-und-Pillar-Geometrie. Anders als beim Stopenabbau, der der Geometrie einer Erzader folgt, setzt der Stockwerkabbau ein künstliches Gitternetz auf den Erzkörper. Die Pillarabmessungen hängen von der Gesteinsfestigkeit, der Teufe und der Gewinnungswirtschaftlichkeit ab. Schwaches Erz oder niedriger Gehalt können breitere, stabilere Pillar rechtfertigen; reiches Erz ermöglicht schmalere Pillar und höhere Gewinnungsquoten. Die Kammerhöhen liegen typischerweise zwischen 5 und 20 Metern, abhängig von der Ausrüstung und der Empfindlichkeit des Hangenden.
Varianten und Rückgang
Der selektive unterirdische Stockwerkabbau ist weitgehend durch Blockbruchbau und Tagebaumethoden für große feinverteilte Lagerstätten ersetzt worden. Moderne Tagebaubetriebe können Berge und Erze über Entfernungen von mehreren Kilometern wirtschaftlicher bewegen. Dennoch bleibt der Stockwerkabbau relevant, wo Teufe, Abraumquoten oder Umweltauflagen den unterirdischen Abbau begünstigen. Einige Betriebe nutzen modifizierte Kammer-und-Pillar-Systeme; andere verbinden Stockwerkabbau mit Sublevetstoping oder Langlochabau, um niedriger konzentrierte Stockwerkzonen neben höherkonzentrierten Adern zu bewältigen.
Der Begriff spiegelt seine geologische Anwendung wider: Das Erz existiert als Stock, eine große unregelmäßige Masse, und die Abbaumethode organisiert die Gewinnung um diese Gegebenheit herum. Der Stockwerkabbau unterscheidet sich terminologisch vom Aderabbau, geschichtetem Abbau und Tagebaumethoden durch die explizite Benennung der Geometrie der ausgebauten Kammern und ihrer stützenden Pillar.