Böschungswinkel-Messlehre
Englisch: batter rule
Instrument aus einer (normalerweise hölzernen) Messlatte oder einem Rahmen und einer Setzwaage, mit dem die Neigung einer Mauer kontrolliert wird.
Böschungswinkel: Neigungslehre für schräge Wände
Eine Böschungswinkel-Lehre ist ein einfaches zweiteiliges Werkzeug zur Kontrolle und Überprüfung des Neigungswinkels einer schrägen Wand während der Bauausführung. Sie besteht aus einem starren Rahmen, traditionell aus Holz, manchmal aus Stahl oder Aluminium, an dem ein Lot von oben herabgehängt wird. Der Rahmen selbst ist im gewünschten Böschungswinkel eingestellt, das heißt die Wandfläche neigt sich von unten nach oben nach innen statt senkrecht zu stehen.
Das Werkzeug funktioniert nach einem einfachen Prinzip: Wenn das Lot frei hängt und die schräge Fläche der Lehre an genau einer Stelle berührt, hat die dahinter liegende Wand den richtigen Winkel. Ein Maurer hält die Lehre gegen die zu errichtende Wand und justiert das Stein- oder Ziegelwerk so lange nach, bis die Lotschnur mit der Referenzmarke fluchtet. Der Böschungswinkel wird üblicherweise als Verhältnis ausgedrückt, zum Beispiel 1:6, das heißt die Wand springt 1 Einheit horizontal pro 6 Einheiten Höhe zurück.
Häufige Anwendungen und Varianten
Böschungswinkel-Lehren sind unverzichtbar bei Maurerarbeiten für Stützmauern, Dammbauten und Konstruktionen, bei denen schräge Wände sowohl statisch als auch ästhetisch erforderlich sind. Moderne Ausführungen verwenden statt oder zusätzlich zum Lot eine Wasserwaage, um schneller kontrollieren zu können. Einige Lehren haben verstellbare Rahmen, mit denen der Maurer verschiedene Böschungswinkel einstellen kann, ohne jedes Mal ein neues Werkzeug anfertigen zu müssen. Die Materialien unterscheiden sich: Holzlehren sind bei kleineren Projekten verbreitet, während stahlgerahmte Lehren die Abnutzung durch wiederholte Baustellen-nutzung aushalten.
Der Name leitet sich unmittelbar von dem Winkel ab, den sie misst: Eine Wand, die "böschert", ist eine Wand, die geneigt oder zurückspringend ist. Das Werkzeug hat sich über Jahrhunderte grundlegend nicht verändert, weil die Geometrie unveränderlich und die Anwendung zuverlässig ist. Ohne konsequente Verwendung einer Böschungswinkel-Lehre bekommen Wände oft unregelmäßige Neigungen, was sowohl die Entwässerung als auch die visuelle Gleichmäßigkeit beeinträchtigt. Erfahrene Maurer fertigen ihre Lehren oft selbst für spezifische Projektwinkel an, statt verstellbare Versionen zu kaufen, und vertrauen dabei auf ihre eigene Handwerkskunst und Kalibrierung.