Tingle
Englisch: tingle
Eine Befestigung in der Mitte einer langen Führungsleine, um ein Durchhängen zu verhindern.
Tingle: Mittelstützvorrichtung für gespannte Richtschnüre
Eine Tingle ist eine mechanische Vorrichtung, die in der Mitte einer langen Richtschnur, Richtlinie oder Kreideschnur befestigt wird, um ein Durchhängen unter Eigengewicht oder Windlast zu verhindern. Sie sitzt senkrecht zur Schnur und verankert sie an einem festen Punkt, meist am Gerüst, einer temporären Stützstruktur oder einem vorher positionierten Pflock. Damit können Maurer, Ziegelleger und Betonflächenarbeiter eine gerade, ebene Referenzlinie über Spannweiten hinweg halten, die sonst deutlich durchhängen würde.
Die Vorrichtung besteht aus einer einfachen Metallklammer oder Klemme, üblicherweise aus Gusseisen oder Stahl, mit einem senkrechten Schaft oder Pfosten. Die Klammer hält die Schnur fest zwischen zwei Flächen, oft mit einer Feststellschraube oder einem Keil. Der senkrechte Schaft wird dann an einem verfügbaren Verankerungspunkt befestigt. Bei Maurerarbeiten ist die Tingle besonders verbreitet, wenn Schichten über Spannweiten von 10 Metern oder mehr verlegt werden, wo selbst eine straff gezogene Schnur genug durchhängt, um sichtbare Abweichungen in der Fertigfläche zu verursachen.
Die einfachste Form ist eine einfache Tingle mit einer U-förmigen Klemme, die die Schnur hält, und einer Basis oder einem Schaft zur Verankerung. Einige Ausführungen haben verstellbare Höhenschrauben, um die Schnurposition fein einzustellen. Bei sehr langen Verläufen können zwei oder mehr Tingles verwendet werden, um die Schnur an mehreren Punkten zu stützen. Das vertikale Element einer Tingle ist oft ein Holzpfosten, Stahlstab oder eine Kette, die bis zu einer stabilen Basis oder einem Gewicht am Boden läuft. Die Wirksamkeit hängt vollständig davon ab, wie steif die Tingle selbst verankert ist; eine lose oder wackelige Befestigung verfehlt den Zweck.
Wind und Temperaturveränderungen können auch eine tingel-gestützte Schnur noch beeinflussen. Maurer überprüfen die Schnur oft visuell, bevor sie jede Schicht verlegen, und stellen die Tingle bei Bedarf nach. Die Klemme oder Klammer muss die Schnur straff genug halten, damit sie nicht rutscht, aber zu starkes Klemmen kann die Schnur beschädigen, besonders wenn es sich um eine aus Baumwolle oder Synthetikfaser bestehende Kreideschnur handelt. Stahlschnüre oder Drähte verzeihen mehr, sind aber bei traditionellem Maurerwerk weniger verbreitet.
Der Begriff selbst spiegelt praktische Namensgebung wider: die Tingle ist eine kleine, untergeordnete Vorrichtung, die die Schnur leicht "berührt", um sie zu halten, anstatt ein primäres Strukturelement zu sein. Sie tritt in britischer und Commonwealth-Konstruktionspraxis häufiger auf als in nordamerikanischen Arbeiten, wo alternative Bezeichnungen wie "Mid-span Support" oder "Sag Corrector" gelegentlich verwendet werden, wobei Tingle jedoch der Standardfachbegriff in Großbritannien und Irland bleibt.