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Industriebedarf, Maschinen und Bauteile

Batterieelektrischer Triebzug

Englisch: battery electric multiple unit

Elektrisch angetriebener Triebzug oder Triebwagen, dessen Energie von wiederaufladbaren Batterien stammt, die die Fahrmotoren antreiben.

BEMU: batteriebetriebener Zug, der mit eigener Ladung fährt

Ein Battery Electric Multiple Unit (BEMU) ist ein Personenzug, der ausschließlich von wiederaufladbaren Lithium-Ionen- oder Bleisäure-Akkupacks angetrieben wird, statt von Oberleitung oder bordeigenen Dieselmotoren. Die Batterien speisen Energie in Traktionsmotoren, die auf den Radnaben montiert sind. So kann der Zug auf nicht elektrifizierten Strecken unabhängig fahren, ohne dass Kosten und Infrastruktur für Stromschienen oder Oberleitung anfallen.

BEMUs haben typischerweise Batteriekapazität für 50 bis 200 Kilometer pro Ladung, je nach Gelände, Geschwindigkeitsprofil und Batteriechemie. Ein zweiteiliges Triebwagen-Set trägt etwa 400 bis 600 Kilowattstunden Speicherenergie. Geladen wird nachts an speziellen Depot-Ladegeräten mit Netzstrom oder erneuerbaren Quellen, oder Schnellladung an Endhaltestellen während der Fahrgastwechsel. Rekuperatives Bremsen gewinnt beim Abbremsen Energie zurück und erhöht die Reichweite auf gemischten Stadtrouten um 10 bis 20 Prozent.

Der Reiz liegt in Kosten und Flexibilität. Routen, die keine Elektrifizierungsinvestition rechtfertigen, können modernen Personenverkehr ohne Dieselemissionen und Betankungslogistik anbieten. Betreiber sparen sich Dieselwartung, Treibstoffvolatilität und Luftqualitätsauflagen. Allerdings senkt das Batteriegewicht die Fahrgastkapazität gegenüber vergleichbaren Dieselzügen, und Kälte kann die Reichweite um 20 bis 30 Prozent verkürzen. Gewichtsverteilung und Achslast bleiben kritische Designfaktoren, besonders auf älteren Nebenstrecken.

Aktuelle Anwendungen und Grenzen

BEMUs sind jetzt im Fahrgastverkehr in Europa unterwegs, besonders in Deutschland, Frankreich und Großbritannien, meist auf Sekundär- und Landsrouten mit moderatem Verkehrsaufkommen. Fahrten länger als vier Stunden oder steile Bergetappen bleiben problematisch. Die Technik hängt immer noch stark von Zuschüssen für die Anschaffungskosten ab, wobei Betriebseinsparungen die Investition über einen 30-jährigen Lebenszyklus gegenüber Dieselflotten rechtfertigen.

Engpässe in der Batteriezellfertigung führen zu Lieferzeiten von 18 bis 36 Monaten für neue BEMUs. Ein Batteriewechsel in der Lebensmitte des Zuges kostet erheblich mehr im Betrieb, verlängert aber die Einsatzdauer. Mit besserer Energiedichte und skalierter Produktion werden BEMUs Dieseltriebwagen auf Routen unter 400 Kilometern pro Tag ohne Zwischenladeinfrastruktur ersetzen.

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