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Industriebedarf, Maschinen und Bauteile

Rollbock

Ein Drehgestell zum Transport eines Eisenbahnwagens auf einer Strecke mit anderer Spurweite, üblicherweise einer schmaleren.

Rollbock: Laufgestell für Spurwechsel auf Schmalspurbahnen

Ein Rollbock ist ein fahrbares Laufgestell, das es ermöglicht, einen Eisenbahnwagen der Normalspur auf ein Schmalspurgleis zu rollen und ihn vorübergehend auf dieser geringeren Spurweite betreiben zu lassen. Der Wagenkörper sitzt auf dem Rollbock-Rahmen auf, während die eigenen Drehgestelle entweder entfernt oder freilaufend aufgehängt sind. Dies löst das praktische Problem, Reisende oder Güter zwischen unverträglichen Bahnnetzen zu transportieren, ohne umzuladen, Kupplungen zu lösen oder Ladegut umzufahren.

Der Rollbock selbst besteht normalerweise aus zwei oder vier Achsen in einem Stahlrahmen mit Radsätzen in der Spurweite des Zielnetzes. Ein europäischer Normalspurwagen kann auf einen Rollbock mit Meterspur-Rädern (1000 mm) gerollt werden, um in Schmalspurgebiete zu fahren. Der Wagen wird durch Führungsschienen oder mechanische Sperren am Rollbock-Rahmen befestigt, um seitliche Bewegungen während der Fahrt zu verhindern. Nach der unverträglichen Strecke wird der Wagen zurück auf Standarddrehgestelle oder seine ursprüngliche Laufwerk gerollt.

Rollböcke sind in bergigen und abgelegenen Regionen am häufigsten, wo Schmalspurbahnen noch neben Standardnetzen betrieben werden. In der Schweiz, Österreich, Teilen Indiens und Südamerikas wurden sie ausgiebig genutzt. Sie sind besonders wertvoll, wenn Gelände den Bau einer Normalspur unpraktisch machte, aber moderne Hauptbahn-Wagenbestände trotzdem Zugang zu diesen Strecken brauchten. Das System vermeidet hohe Kosten für Spurwechselweichen und ermöglicht Durchlaufverkehr mit minimaler Umladetätigkeit.

Grenzen und Verschleißmuster

Die Gewichtsübertragung beim Auf- und Abrollen auf den Rollbock erzeugt erhebliche Spannungen im Wagenkörper und Untergestell. Wiederholtes Auf- und Abrollen kann zu Ermüdungsrissen in Bodenträgern und Seitenschwellen führen, besonders bei älteren vollstählernen Konstruktionen. Rollböcke begrenzen auch die Geschwindigkeit und den Federungskomfort des Wagens, weil sich die Fahreigenschaften der Schmalspur-Räder und die feste Verbindung zum Rahmen erheblich von denen der eigenen Drehgestelle unterscheiden. Die meisten Betreiber begrenzen die Geschwindigkeit auf 30 bis 40 km/h auf Schmalspurstrecken mit Rollbock-Betrieb.

Der Begriff Rollbock stammt aus der deutschen Eisenbahnpraxis und bedeutet wörtlich Rollrahmen (rollen, fahren; Bock, Gestell oder Stütze). Die Technik entstand im späten neunzehnten Jahrhundert in Mitteleuropa, als Bahnen in Regionen mit unterschiedlichen Spurweiten zusammengefasst wurden. Sie bleibt eine praktische mechanische Lösung, wo Umspurung oder Investitionen in doppelgleisige Strecken unwirtschaftlich sind, obwohl moderne Bahnpolitik zunehmend Spurstandardisierung oder eigene Umspuranlagen statt rollender Material anpassungen bevorzugt.

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