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Elektrotechnik

Baud

Englisch: baud

Maßeinheit für die Symbolrate bei der Datenübertragung; Anzahl der Signalisierungsereignisse pro Sekunde.

Baud: pro Sekunde übertragene Symbole

Ein Baud ist eine Einheit der Signalisierungsgeschwindigkeit und misst, wie viele diskrete Signalwechsel pro Sekunde auf einer Übertragungsleitung auftreten. Benannt nach Émile Baudot, dem Telegrafenentwickler des 19. Jahrhunderts, quantifiziert es die Rate, mit der ein Modem, eine serielle Schnittstelle oder ein Kommunikationskanal zwischen Signalzuständen wechselt, unabhängig davon, wie viele Datenbits jeder Zustand darstellt.

Baud unterscheidet sich grundlegend von der Bitrate, eine Unterscheidung, die viele Techniker verwirrt. Ein 9600-Baud-Modem überträgt nicht unbedingt 9600 Bits pro Sekunde. Wenn das Modem Vierphasenmodulation nutzt, wobei jeder Signalzustand zwei Bits kodiert, entsprechen 9600 Baud 19.200 Bits pro Sekunde. Das Verhältnis hängt vollständig vom Kodierungsverfahren ab: Bits pro Sekunde gleich Baud multipliziert mit Bits pro Symbol.

Bei seriellen Kommunikationen, besonders bei RS-232 und ähnlichen Schnittstellen, stimmen Baudrate und Bitrate oft überein, da jedes Symbol typischerweise ein Bit trägt. Übliche Raten sind 1200, 2400, 9600, 19.200, 57.600 und 115.200 Baud. Der Begriff bleibt in Software- und Hardware-Dokumentation erhalten, auch wenn Symbol- und Bitraten identisch sind, was einen Vokabularüberlap erzeugt, der im Fachbereich Standard ist.

Praktische Probleme entstehen, wenn die Baudraten zwischen Geräten nicht übereinstimmen. Ein Terminal, das 9600 Baud erwartet und mit einer Ausrüstung verbunden ist, die mit 19.200 Baud sendet, empfängt beschädigte Daten; Zeichen erscheinen als Kauderwelsch oder die Verbindung bricht ab. Konfigurationsfehler entstehen häufig beim Austausch von Ausrüstung oder beim Hinzufügen serieller Geräte eher durch Baudrate-Abweichungen als durch physische Defekte. Die korrekte Rate zu bestimmen erfordert das Konsultieren der Gerätedokumentation oder das systematische Durchprobieren üblicher Geschwindigkeiten.

Höhere Baudraten reduzieren die Übertragungszeit, erhöhen aber die Anfälligkeit für Rauschen und Signaldegradation. Längere Kabel und elektrisch laute Umgebungen begrenzen praktische Baudraten, besonders bei ungeschirmten seriellen Leitungen. Modern USB und Ethernet haben Baudrate-Diskussionen in neuen Designs weniger kritisch gemacht, aber ältere Industrieausrüstung, speicherprogrammierbare Steuerungen und Messinstrumente arbeiten immer noch mit spezifischen Baudraten, die nicht verändert werden können. Das Verständnis der Unterscheidung zwischen Baud und Bitrate wird beim Entwerfen von Protokollwandlern oder bei der Behebung von Kommunikationsfehlern in gemischtalterlichen Systemen unverzichtbar.

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