Kopfgleis
Englisch: bay platform
Bahnsteig, der von Zügen nur von einem Ende her angefahren werden kann; Sackgleis.
Kopfgleis: Ein Nebengleis, auf dem Züge nur von einer Seite ein- und ausfahren
Ein Kopfgleis ist ein Bahnsteig, der nur von einem Ende des Gleises erreichbar ist. Züge müssen rückwärts fahren, um das Gleis zu verlassen. Der Bahnsteig liegt auf einem Stumpfgleis, das endet oder sich an nur einer Stelle mit der Hauptstrecke verbindet. Das zwingt ankommende Züge zum Halten und Rückwärtsfahren, statt durchzufahren. Diese Anordnung ist üblich an Bahnhöfen, wo Platzengpässe oder betriebliche Zwänge ein Durchfahrtssystem unpraktisch machen.
Kopfgleise werden typischerweise für Nebenbahn-Endstationen, Nahverkehrszüge oder zusätzliche Bahnsteige an größeren Stationen verwendet. Ein Zug, der an einem Kopfgleis ankommt, muss vollständig halten, Fahrgäste aus- und einsteigen lassen und dann auf derselben Strecke zurückfahren. An belebten Stationen erfordert diese Rückwärtsfahrt sorgfältige Abstimmung, um Konflikte mit Zügen an benachbarten Bahnsteigen oder der Hauptstrecke zu vermeiden. Der Bahnsteig selbst ist normalerweise kürzer als ein Durchfahrtsbahnsteig und oft leicht versetzt zu den Hauptgleisen.
Aufbau und praktische Anwendung
Kopfgleise funktionieren gut für Linien mit regelmäßigem, vorhersehbarem Betrieb. An einer Endstation ermöglichen mehrere Kopfgleise unterschiedliche Linien oder Betriebsmuster unabhängig voneinander; Fahrgäste wissen, welche Bahnsteignummer ihrer Verbindung entspricht. Die Anordnung eignet sich auch für Museumsbahnen und Nostalgiezüge, wo die Zugfrequenz gering ist und Rückwärtsfahrten kein Planungsrisiko darstellen. Allerdings sind sie bei hochfrequenten Linien ineffizient: Jeder Zug verschwendet Zeit beim Zurückfahren und blockiert dabei die Zufahrtsstrecke.
Der Begriff "Kopfgleis" bezieht sich auf die nisschenähnliche Anordnung des Bahnsteigs, der vom Hauptgleis abzweigt oder sich absetzt, ähnlich wie ein Erker aus einem Gebäude hervorragt. Dies unterscheidet Kopfgleise von Durchfahrtsbahnsteigen, an denen Züge komplett durch den Bahnhof fahren. Signale und Weichen am Eingang eines Kopfgleises müssen für sichere Rückwärtsfahrt eingerichtet sein. Bahnhofspersonal muss in den entsprechenden Verfahren geschult sein, da Fahrgäste, die während der Rückwärtsfahrt ein- oder aussteigen, ein Sicherheitsrisiko darstellen, wenn es nicht richtig überwacht wird.
Der moderne Bahnbetrieb bevorzugt allgemein Durchfahrtsbahnsteige für jede Linie mit nennenswerter Frequenz oder Fahrgastaufkommen. Kopfgleise bleiben hauptsächlich an Endstationen, kleineren Nebenbahn-Endstationen und Museumsbahnen bestehen, wo Betriebseinfachheit oder Denkmalschutz Vorrang vor Durchsatzleistung hat. Einige größere Bahnhöfe behalten eine kleine Zahl von Kopfgleisen für spezifische Linien (oft Wochenend- oder Saisonzüge), während Hauptlinien über die Hauptbahnsteige geleitet werden.