Blitzlünette
Englisch: beeline
Eine Dynamitlunze, deren Länge mit einer geringen Menge Dynamitpulver versehen ist, sodass der Funken schnell und mit bekannter Geschwindigkeit fortläuft.
Zündschnur: eine zeitgesteuerte Lunte zur kontrollierten Sprengung
Eine Zündschnur ist ein handelsübliches Sprengzünddraht, das in Bergbau- und Steinbruchbetrieben verwendet wird, um eine vorhersehbare, schnelle Entzündung über ihre gesamte Länge zu erreichen. Im Gegensatz zu einer einfachen Sprenglunte, die mit unregelmäßiger Geschwindigkeit brennt, enthält eine Zündschnur einen kalkulierten Kern aus Sprengstoffpulver (üblicherweise PETN, Pentaerythrittetranitrat), der in eine Textil- oder Kunststoffhülle eingebettet ist. Dieser Kern brennt mit konstanter Geschwindigkeit, normalerweise zwischen 1500 und 3000 Fuß pro Sekunde, abhängig von der Pulverladungsdichte und der Schnurkonstruktion. Die Zündschnur ermöglicht es dem Personal, die Verzögerung zwischen Ladungen in einem Sprengmuster zuverlässig zu timen, was für die Kontrolle der Zerkleinerung und der Bodenerschütterung bei Abbauarbeiten unverzichtbar ist.
Die Zündschnur unterscheidet sich vom Standard-Sprengzünddraht (Det Cord) hauptsächlich durch ihre geringere Geschwindigkeit und einfachere Konstruktion. Det Cord erreicht seine Geschwindigkeit durch einen verdichteten Metallpulverkern (üblicherweise PETN oder RDX), der in Kunststoff- oder Gummischichten eingeschlossen ist; eine Zündschnur verlässt sich allein auf Sprengstoffpulver. Dies macht die Zündschnur günstiger in der Herstellung und leichter handzuhaben unter Feldbedingungen, obwohl sie in feuchten Umgebungen weniger zuverlässig ist und anfälliger für Verschleiß, wenn sie längere Zeit Feuchtigkeit oder Sonnenlicht ausgesetzt ist. Die Zündschnur kommt daher hauptsächlich in trockenen unterirdischen Bergbaubetrieben und in Steinbrüchen vor, wo Kosteneinsparungen und einfache Handhabung wichtiger sind als die Geschwindigkeit und Witterungsbeständigkeit moderner Det Cords.
Bei der Sprengplanung dient die Zündschnur als Hauptstamm-Lunte, die mehrere Ladungen in Reihenfolge verbindet. Ein Bergarbeiter zündet die Zündschnur an der Oberfläche oder im Stollen, und die Flamme wandert zuverlässig zu jeder Ladung in kontrollierter Reihenfolge. Die Zeitberechnung basiert auf der bekannten Brenngeschwindigkeit und dem Abstand zwischen Bohrlöchern. Bergarbeiter verwenden Zündschnüre auch zusammen mit kurzen Abschnitten schneller Lunten, um die Zeitabstände zwischen einzelnen Ladungen anzupassen und so ein gestaffeltes Zündmuster zu erzeugen, das den Schock auf das umgebende Gestein und die Infrastruktur reduziert.
Zuverlässigkeit und Ausfallarten
Der Hauptausfallpunkt einer Zündschnur ist unvollständige Zündung oder Flammenerlöschung. Wenn die Lunte stark geknickt, mit Schmutz bedeckt oder Stößen ausgesetzt ist, kann die Flammenbahn unterbrochen werden. Feuchte Bedingungen oder schlechte Lagerung können dazu führen, dass das Sprengstoffpulver Feuchtigkeit aufnimmt, was die Brenngeschwindigkeit verringert oder die Lunte teilweise längs zu zünden und zu versagen verursacht. Aus diesem Grund müssen Zündschnüre in einem trockenen Lagermagazin gelagert, vor Stößen geschützt und vor dem Gebrauch auf Pulverlecks oder Beschädigungen überprüft werden. Eine Zündschnur, die eine Ladung nicht zündet, ist eine schwere Gefahr, die möglicherweise sorgfältig entschärft und entfernt werden muss; dies ist eine zeitaufwendige und gefährliche Operation.
Der Begriff "Zündschnur" leitet sich wahrscheinlich aus der früheren Praxis ab, eine dünne Spur Sprengpulver in gerader Linie auf dem Boden zu legen, um die Flamme von einer Ladung zur anderen zu tragen, ähnlich wie die direkte Flugbahn einer Biene. Als Sprengschnüre sich im späten 19. Jahrhundert standardisierten, blieb der Name für die Pulverkern-Variante erhalten. Heute haben moderne Betriebe Zündschnüre großenteils durch elektronische Verzögerungszünder oder kunststoffummantelte Det Cords ersetzt, die größere Zuverlässigkeit und Flexibilität bei der Sprengzeitsteuerung bieten. Jedoch bleiben Zündschnüre in kleineren oder älteren Betrieben in Gebrauch, an abgelegenen Orten, wo Lieferketten begrenzt sind, und in einigen unterirdischen Bergbaubetrieben, wo die niedrigeren Kosten und geringere Empfindlichkeit gegenüber Handhabung den Leistungsvorteil rechtfertigen.