Funkloch
Englisch: black spot
Ort mit schlechtem Rundfunkempfang, beispielsweise für Mobiltelefone.
Black Spot: eine Funkabschattung im Mobilfunknetz
Ein Black Spot ist ein geografisches Gebiet, in dem die Funkfeldstärke unter einen nutzbaren Pegel abfällt und Mobiltelefone, Funkgeräte oder andere Wireless-Geräte keine Verbindung aufbauen oder halten können. Im Gegensatz zu einer Signalschwächung, die Sekunden dauert, ist ein Black Spot eine dauerhafte geografische Abschattung, meist verursacht durch Gelände, Baumaterialien oder große Entfernung vom nächsten Sender. Smartphone-Nutzer erleben das als einen Bereich, in dem die Balken ganz verschwinden und Anrufe abbrechen.
Black Spots entstehen aus verschiedenen Gründen, je nach Frequenzband und lokaler Geografie. VHF- und UHF-Funk wird durch Hügel, dichten Wald und Wasserflächen blockiert oder gestreut; dichte Stadtgebiete mit hohen Stahlbeton-Hochhäusern erzeugen Schattenzonen dahinter. Bei Mobilfunknetzen verschärft sich das Problem, weil die Versorgung von einem Netz überlappender Basisstationen abhängt, die Kilometer auseinander stehen. Ein Tal zwischen zwei Bergen, ein Keller in einem Häuserblock oder eine Landregion jenseits der wirtschaftlichen Reichweite einer Basisstation werden alle zu Black Spots. Der Begriff gilt auch für Satellitenkommunikation, wo Sichtbehinderung Empfangstotzone schafft.
Messung und Dokumentation von Black Spots ist Routineaufgabe in der Funkfrequenz-Planung (RF-Planung). Ingenieure führen Fahr- und Fußtests mit Spektrumanalysatoren und Feldstärkemessgeräten durch, um die Empfangsleistung in dBm über ein Versorgungsgebiet zu kartieren. Ein Signal unter etwa -100 dBm wird zu schwach für ein modernes Mobiltelefon zum Dekodieren, und unter -120 dBm ist praktisch kein Signal vorhanden. Netzbetreiber erstellen Versorgungskarten, die Black Spots als farbige Zonen darstellen; diese Karten leiten Entscheidungen über neue Basisstationen oder Leistungsanpassungen.
Black Spots sind kostspielige Probleme. In Mobilfunknetzen bedeuten sie entgangene Einnahmen und Kundenverluste; Betreiber priorisieren deren Beseitigung durch zusätzliche Basisstationen oder dezentrale Funkköpfe. Im Rundfunk begrenzen Black Spots das wirksame Versorgungsgebiet und erfordern sorgfältige Frequenzplanung zur Vermeidung von Störungen. Landgebiete und Bergregionen sind von Natur aus schwierig zu versorgen und bleiben oft Black Spots, weil die Kosten für zusätzliche Infrastruktur die Einnahmen aus der dünnen Bevölkerung übersteigen.
Der Begriff stammt aus der Funktechnik der Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts, als er sich auf Bereiche schlechter oder fehlender Empfangsqualität bei Radio- und Fernsehausstrahlungen bezog. Er wurde natürlich auf die Mobilfunktechnik in den 1980er und 1990er Jahren übertragen, wo er bis heute der Standard-Begriff in Netzplanungsdokumenten und RF-Vermessungen ist. Verwandte Begriffe sind Coverage Hole, Dead Zone und Shadow Fade; Black Spot wird in der formalen RF-Technik bevorzugt, weil er geografisch präzise ist und sich von Fading unterscheidet, das ein zeitabhängiges Phänomen ist.