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Elektrotechnik

BNC

Abkürzung für Bajonet Neill-Concelman-Stecker.

BNC: Schnellverriegelungs-Koaxialstecker für Video und Hochfrequenz

Ein BNC-Stecker ist ein Koaxialstecker mit Bajonettverschluss, genormt für 50-Ohm-Anwendungen. Der Name stammt von Paul Neill von Amphenol und Carl Concelman, die die Konstruktion in den 1950er Jahren entwickelten. Die Bajonettverschlussmechanik, eine Vierteldrehung mit Twist-and-Lock-Funktion, ist sein Erkennungsmerkmal: man führt den Stecker gerade ein, dreht ihn etwa 90 Grad im Uhrzeigersinn, und eine federbelastete Buchse verriegelt ihn gegen Rückwärtsdrehung. Das macht BNC schneller und zuverlässiger als Schraubstecker für die Feldarbeit.

BNC-Stecker gibt es in zwei Hauptbaureihen: 50-Ohm-Typen für Hochfrequenz- und Videoanwendungen sowie seltene 75-Ohm-Varianten für Analogvideo. Die 50-Ohm-Version dominiert bei Oszilloskopeneingängen, HF-Messinstrumenten, Amateurfunkgeräten, Militärkommunikation und älteren CCTV-Systemen. Jede Geschlechtsform ist verfügbar als Stecker (Mittenkontakt vorstehend) und Buchse (Fassung), beide in Durchführungs- und In-Line-Ausführung (kabelgebunden). Die Standard-Kabelterminierung nutzt entweder Crimpferrülen (für die Serienfertigung) oder Lötbecher (zur Feldreperatur).

Die Abmessungen sind bescheiden: der Steckerkörper hat einen Durchmesser von etwa 0,375 Zoll, der Mittenkontakt 0,071 Zoll. Der Signalverlust über kurze Strecken ist minimal, obwohl BNC für höhere Frequenzen oder sehr verlustarme Anwendungen N-Type- oder SMA-Steckern unterlegen ist. Das Einfügungsdämpfungsmaß bei 1 GHz liegt bei einem hochwertigen Stecker um die 0,1 dB, bei 10 GHz steigt es auf 0,3 bis 0,5 dB, abhängig von Kabelqualität und Steckergüte.

Häufige Ausfallarten sind Verschleiß der Bajonettzungen nach vielen Verbindungs- und Trennungszyklen, Oxidation des Mittenkontakts in feuchter Umgebung und intermittierende Verbindungen durch verbogene Mittenkontakte. Die Federbuchse kann an Spannung verlieren und die Verriegelung unzuverlässig machen. Unsachgemäße Crimpung bei der Terminierung erzeugt Impedanzsprünge und Reflexionen, die hochfrequente Signale verfälschen.

BNC ist weiterhin weit verbreitet in älteren Messinstrumenten und Analogvideoinfrastruktur, hat aber Marktanteile an SMA-, TNC- und Type-N-Stecker in modernen HF-Anwendungen verloren, wo höhere Frequenzen und engere Toleranzen entscheidend sind. Es bleibt der Standard-Videoeingang bei den meisten Analog-Oszilloskopen unter 20 Jahren Alter und ist weiterhin in Amateurfunk-Transceivern und älteren Netzwerk-Testgeräten zu finden.

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