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Elektrotechnik

SCADA

Abkürzung für Supervisory Control and Data Acquisition; ein elektrisches Netzwerk mit mindestens IEDs, RTUs und einer Leitstation mit HMI; wird zur Überwachung und Steuerung von Prozessautomationssystemen wie bei Elektrizitäts- und Wasserversorgern verwendet.

SCADA: Fernüberwachung und Fernbedienung Ihrer Infrastruktur

Ein SCADA-System ist die Fernüberwachungs- und Steuerungsebene zwischen den Feldgeräten und den Bedienern, die sie verwalten. Die Feldgeräte (RTUs, SPS, intelligente elektronische Geräte) sammeln Sensordaten von räumlich verteilten Standorten wie einer Umspannstation, einer Wasseraufbereitungsanlage oder einer Ölleitung und senden sie an eine zentrale Leitstelle, wo ein Bediener die Daten auf einem HMI-Bildschirm (Human-Machine Interface) beobachtet und Befehle zurück senden kann, um Schalter zu öffnen, Ventilpositionen anzupassen oder Alarme auszulösen. Der Name spiegelt die Kernfunktion wider: Supervisory (Überwachung von oben), Control (Befehlsvergabe) und Data Acquisition (Messwerterfassung).

Eine typische SCADA-Architektur besteht aus drei Ebenen. Feldgeräte messen Spannung, Strom, Druck, Durchfluss, Temperatur oder Gerätestatus. Remote Terminal Units (RTUs) oder speicherprogrammierbare Steuerungen (SPS) erfassen diese Signale, führen lokale Logik durch und verpacken die Daten für die Übertragung. Die Leitstelle, üblicherweise ein Server mit spezieller SCADA-Software, empfängt diese Telemetriemesswerte, speichert sie, zeigt Trends und Alarmzustände an und sendet Sollwertänderungen oder Steuerbefehle an die Feldgeräte zurück. Die Kommunikation zwischen den Ebenen erfolgt über verdrahtete Serienverbindungen (ältere Systeme), Ethernet-Netzwerke, Mobilfunkverbindungen oder Kombinationen dieser Systeme.

Ein Wasserversorgungsunternehmen ist ein klassisches Beispiel. Druck- und Durchflusssensoren an Pumpstationen und Verteilungsknoten melden sich alle paar Sekunden bei RTUs an. Diese RTUs senden Daten an den zentralen Leitstand, wo ein Bediener die Systemdruckkarte sehen kann, Lecks erkennt und Pumpendrehzahlen steuert, um den Druck über Zonen aufrechtzuerhalten. Wenn der Druck in einer Zone unter einen Sollwert fällt, kann das SCADA-System automatisch eine Warnung auslösen oder mit höherer Automatisierung eine Reservepumpe starten, ohne auf eine Bedieneraktion zu warten. Stromnetzbetreiber nutzen SCADA, um Leitungsauslastungen, Spannungen und Schalterstatus über eine Region zu überwachen und Leistungsschalter ferngesteuert auszulösen oder die Stromversorgung bei Fehlern umzuleiten.

Anfälligkeit und moderne Weiterentwicklung

Ältere SCADA-Systeme wurden auf Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit in isolierten, nicht vernetzten Systemen mit proprietären Protokollen und ohne Verschlüsselung ausgelegt. Als Versorgungsunternehmen Systeme untereinander vernetzten und SCADA-Schnittstellen für Unternehmens-IT und Internet freigaben, wurde Cybersicherheit entscheidend. Moderne SCADA-Installationen beinhalten heute Netzwerksegmentierung, Authentifizierung, verschlüsselte Kanäle und Eindringlingserkennung. Allerdings sind Altsysteme weiterhin im Einsatz; ihr Austausch erfordert sorgfältige Planung, da Ausfallzeiten im Strom-, Wasser- oder Ölgeschäft selten akzeptabel sind.

Die Skalierung von SCADA variiert enorm. Ein kleines städtisches Wasserversorgungssystem könnte eine RTU und eine Bedienstation haben. Ein regionaler Stromnetzbetreiber betreibt Hunderte von RTUs über Tausende von Quadratkilometern, mit redundanten Leitstellen, mehreren Kommunikationswegen und komplexen hierarchischen Steuerungsschemen. Industrieanlagen wie Raffinerien oder Chemiefabriken betreiben SCADA, um Dutzende von Prozessen und Geräten in Echtzeit zu koordinieren und Produktionsplanung mit unmittelbarer Betriebsreaktion zu verbinden.

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