Boater
Englisch: boater
Ein Strohhut, sehr steif, mit flacher Krempe und flachem Kopf.
Boater: der starre Strohhut, der sich nicht biegt oder faltet
Ein Boater ist ein formeller Hut aus gewebtem Stroh, das auf eine flache Krone und breite Krempe geformt und dann mit Leim oder Schellack so verfestigt wird, dass er fast starr wird. Anders als weiche Strohhüte, die leicht zusammendrückbar sind, behält ein Boater seine Form unter Handhabung und Lagerung; die Krempe bleibt flach und die Krone widersteht dem Einknicken, auch wenn er in eine Tasche gepackt wird. Der Hut sitzt tief auf dem Kopf, wobei die Krempe einen vollständigen Ring um die Krone bildet, typischerweise 5 bis 8 cm breit, je nach Stil.
Das Stroh selbst ist üblicherweise gebleichtes Weizenstroh oder Rattan, das auf industriellen Webstühlen zu einem dichten, gleichmäßigen Gewebe verarbeitet wird. Die Webdichte liegt bei etwa 150 bis 200 Fäden pro Zoll; dichtere Gewebe erzeugen steifere Hüte. Nachdem das Gewebe auf einer Grundform zusammengenäht wurde, formen Hutmacher es auf Holz- oder Metallformen unter Hitze und Druck. Die Versteifungsmittel, traditionell tierischer Leim (Keratin, Gelatine) oder Schellacklack, dringen in die Fasern ein und binden sie starr. Moderne Produktion nutzt manchmal synthetische Harze für Haltbarkeit und Wasserbeständigkeit.
Boater werden hauptsächlich bei formellen oder halbformellen Anlässen getragen: Sommerhochzeiten, Gartenpartys, Cricketspiele und offizielle Zeremonien. Der Hut wurde zur Standardkleidung in vielen Commonwealth-Institutionen und bleibt in Blazer-und-Hut-Dresscodes aktuell. Die Steifheit ist zugleich sein Verkaufsvorteil und seine Einschränkung. Der Hut passt sich keinem Druck an, daher bleibt ein Boater, der beim Kauf schlecht sitzt, unbequem. Umgekehrt bedeutet die Steifheit, dass er jahrelange Nutzung ohne Durchhängen oder Verformung übersteht, solange er nicht starker Druckkraft oder längerer Feuchtigkeit ausgesetzt ist.
Konstruktionsvarianten und Marktklassen
Premium-Boater verwenden importiertes Stroh, feinere Gewebe und Handformung. Mittlere Versionen nutzen inländisches Stroh und Maschinenpressen. Billigere Versionen ersetzen möglicherweise Papier-basierte Materialien, die dünn auf Stroh laminiert sind; dies erzeugt einen Hut, der korrekt aussieht, aber nach Monaten der Nutzung reißt oder delaminiert. Die Qualität ist erkennbar am Gewicht (echtes Stroh ist leichter als erwartet) und an der Klarheit des Gewebes, wenn man die Unterseite untersucht. Professionelle Hutverk äufer klassifizieren Boater nach Strohhfarbe (gebleichtes Weiß, Creme oder natürliches Gold), Webfeinheit und Gleichmäßigkeit der Formung.
Der Name 'Boater' ist britischen Ursprungs und erscheint in Kurzwarenkataloging ab dem späten 19. Jahrhundert. Der Begriff kann sich von seiner Beliebtheit bei Ruderern und Bootsfans herleiten, obwohl die Etymologie nicht mit Sicherheit dokumentiert ist. Amerikaner nennen ihn manchmal einfach Strohhut oder in älterem Slang einen 'Straw' ohne weitere Qualifizierung. Der Hut erscheint auf Fotos ab den 1880ern und wird weiterhin von spezialisierten Herstellern in London, Paris und Ecuador produziert, wo Strohhwebtraditionen fortbestehen. Ein gut gemachter Boater kostet zwischen 40 und 200 Pfund Sterling je nach Hersteller und Materialien; die Einzelhandelsspanne ist erheblich, weil Handarbeit arbeitsintensiv ist und Strohbeschaffung saisonal bedingt schwankt.