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Drucktechnik

Bokashi

Englisch: bokashi

Ein Verfahren des japanischen Holzschnittdrucks, das Abstufungen in der Helligkeit und Dunkelheit einer einzelnen Farbe durch von Hand aufgetragene Tinte in Farbverläufen anstelle einer gleichmäßigen Auftragung erreicht.

Bokashi: handgewischte Farbabstufung im Holzschnitt

Bokashi ist ein manuelles Druckverfahren im Holzschnitt, das vor allem in der japanischen Ukiyo-e-Tradition verwendet wird und einen bewussten Farbverlauf von dunkel zu hell (oder umgekehrt) auf einem einzelnen Farbstock erzeugt. Anstatt die Farbe gleichmäßig mit einem Barren oder einer Walze aufzutragen, trägt der Drucker das Pigment mit einem Pinsel, einem Schwamm oder einem Wischtuch in unterschiedlichen Dichten auf die Holzoberfläche auf, bevor jeder Druck erfolgt. Dies erzeugt einen weichen, abgestuften Tonübergang auf dem fertigen Druck, ohne dass separate Stöcke oder mehrere Druckvorgänge erforderlich sind.

Das Verfahren erfordert genaue Kontrolle und Timing. Der Holzstock muss ausreichend Feuchte und Farbklebrigkeit bewahren, um die abgestufte Auftragung zu akzeptieren, und das Papier muss mit gleichmäßigem Druck über den Farbverlauf gedrückt werden, um den gesamten Tonbereich zu erfassen. Ein Bokashi-Effekt kann einen Teil des Drucks einnehmen, wie einen Himmel, der von tiefem Indigo zu fast weiß verblasst, oder sich über einen ganzen Stock erstrecken. Mehrere Farbstöcke können in einem einzelnen Druck jeweils einer Bokashi-Behandlung unterzogen werden, wodurch Verläufe verschiedener Farbtöne überlagert werden.

Praktische Ausführung und Varianten

Übliche Auftragsgeräte sind weiche Pinsel, Seide- oder Baumwollpads und zerknittertes Tuch. Der Drucker arbeitet normalerweise unmittelbar vor jedem Druck am Stock und baut die Pigmentdichte dort auf, wo dunklere Töne gewünscht sind, und lässt die Holzoberfläche dort mehr unbedeckt, wo hellere Töne entstehen sollen. Manche Drucker tragen Bokashi auf trockene Stöcke mit konzentriertem Pigment auf, andere arbeiten auf angefeuchteten Oberflächen. Der Druck und der Winkel des Barrens während des Drucks beeinflussen ebenfalls das Endergebnis, ebenso wie die Saugfähigkeit des Papierstoffs.

Bokashi erscheint häufig in japanischen Farbholzschnitten des 18. und 19. Jahrhunderts, besonders bei Landschafts- und Naturmotiven, wo atmosphärische Effekte, Wasserreflexionen und Stofftexturen von tonalen Nuancen profitieren. Das Verfahren ist technisch anspruchsvoll und zeitaufwendig, weshalb Bokashi-Drucke arbeitsintensiver sind und oft teurer als Drucke mit einfarbigen Stöcken. Das Verfahren wird weiterhin von zeitgenössischen Holzschnittdruckern verwendet, die in traditionellen oder hybriden Techniken arbeiten.

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