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Maschinenbau

Bremsleitungsrohr

Englisch: brakepipe

Eine durchgehende Rohr- oder Schlauchleitung gefüllt mit Druckluft, die sich über die gesamte Länge eines Zugs erstreckt und zum Nachfüllen der Bremsreservoire mit Druckluft sowie zur Steuerung der Luftbremsen durch Druckänderungen dient.

Bremsleitung: das pneumatische Nervensystem einer Zugbremse

Eine Bremsleitung ist ein durchgehendes Rohr mit typischerweise 25 bis 38 mm Durchmesser, das sich über die gesamte Länge eines Zuges vom Lokomotivführerstand bis zum letzten Wagen erstreckt. Sie führt Druckluft von etwa 6,2 bar unter normalen Fahrbedingungen und versorgt sowohl die Bremsreservoirs an jedem Wagen als auch das Steuersignal zum Anlegen oder Lösen der Bremsen über den gesamten Zug verteilt.

Das Rohr selbst ist normalerweise Stahl, nahtlos gezogen oder geschweißt, und mit flexiblen Schläuchen an den Kuppelstellen ausgestattet, wo die Wagen verbunden sind. Jeder Wagen enthält ein Bremsventil, das den Druck in der Bremsleitung misst. Wenn der Lokführer diesen Druck reduziert, löst die Druckdifferenz eine Bremsanwendung aus. Die Wiederherstellung des Drucks löst die Bremsen. Dieses System ermöglicht es, mit einem einzigen Steuersignal vom Führerstand hunderte Tonnen Bremskraft über dutzende Fahrzeuge verteilt zu betätigen.

Ausfallarten und Wartung

Eine gerissene Bremsleitung ist gefährlich, weil der Druck des gesamten Systems entweicht und alle Bremsen sofort anziehen, oder schlimmer noch, ein unkontrollierter Notfall entsteht, wenn der Riss während der Fahrt wächst. Innere Korrosion durch Feuchtigkeit und Ablagerungen schränken den Luftfluss ein, verringern die Bremsansprechgeschwindigkeit und machen Druckveränderungen träge. Wasser tritt durch das Ansaugventil der Lokomotive ein, daher müssen Bremsleitungen regelmäßig entleert werden und Druckluftanlagen enthalten Trockner oder Fallen, um Feuchtigkeit zu entfernen, bevor sie in das Rohr gelangt.

Das System geht auf George Westinghouses Patent für die automatische Druckluftbremse von 1872 zurück und löste das Problem, lange Züge zu bremsen, ohne jedem Wagen ein separates Bremssignal geben zu müssen. Die Bremsleitung bleibt weltweit der Standard bei Eisenbahnen, weil ihre Einfachheit und Ausfallsicherheit sie zuverlässig machen: Selbst wenn ein Abschnitt reißt, fließt Luft noch immer durch das Rohr von Ende zu Ende, und die automatische Bremsanwendung durch den Druckverlust bremst den Zug sicher ab.

Moderne Güterzüge können Bremsleitungen mit einer Länge von etwa 3 km haben. Personenzüge nutzen oft elektropneumatische Systeme, bei denen das Bremsleitungssignal elektronische Magnetventile betätigt, was eine schnellere Ansprache ermöglicht. In beiden Fällen ist die Bremsleitung das physische und funktionale Rückgrat: ohne sie gibt es keine verteilte Bremsanlage, und der Zug hält nur durch die Reibungsgeräte an der Lokomotive selbst.

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