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Kfz-Technik

Bremsweg

Englisch: braking time

Die ungefähre Dauer, die ein Fahrzeug nach dem Betätigen der Bremsen benötigt, um zum vollständigen Stillstand zu kommen.

Bremszeit: Dauer bis zum Stillstand

Die Bremszeit ist das Zeitintervall zwischen dem Moment, in dem der Fahrer Bremskraft aufbringt, und dem Moment, in dem das Fahrzeug zum Stillstand kommt. Sie erfolgt nicht augenblicklich, sondern wird in Sekunden gemessen und hängt ab von der Ausgangsgeschwindigkeit, dem Zustand der Bremsanlage, der Fahrbahnoberfläche und dem Fahrzeuggewicht. Ein Auto, das auf trockener Asphalt mit 100 km/h unterwegs ist, benötigt etwa 5 bis 6 Sekunden zum vollständigen Stillstand, während dasselbe Fahrzeug auf nasser Fahrbahn oder mit abgenutzten Bremsbelägen erheblich länger braucht.

Der Begriff umfasst zwei unterschiedliche Phasen: Reaktionszeit und tatsächliche Bremszeit. Die Reaktionszeit ist die Verzögerung vor dem Bremsenansprechen, typischerweise 0,5 bis 1 Sekunde bei menschlichen Fahrern oder nahe null bei automatisierten Bremssystemen. Die Bremsphase beginnt, wenn der Hydraulikdruck die Bremsbeläge oder Trommeln erreicht und Reibung zwischen Belägen und Rotoren aufbaut. Die gesamte Bremszeit ist die Summe dieser Phasen. Hersteller geben sie in Testberichten als die unter bestimmten Bedingungen erforderliche Dauer an, üblicherweise von einer festgelegten Ausgangsgeschwindigkeit auf einer Standardoberfläche.

Messung und Normen

Die Bremszeit wird unter kontrollierten Bedingungen getestet: Fahrzeug mit festgelegter Geschwindigkeit, maximale Bremspedaltkraft angewendet, stabile Fahrbahnoberfläche in Bezug auf Temperatur und Griffigkeit. SAE- und ISO-Normen definieren Testverfahren, wobei die genauen Werte davon abhängen, ob der Test auf einem Prüfstand oder auf einer geschlossenen Strecke durchgeführt wird. Die Bremszeit in der Praxis überschreitet veröffentlichte Werte oft, weil Fahrer nicht immer sofort maximale Kraft aufbringen und die Fahrbahn selten ideale Bedingungen bietet.

Die Bremszeit steht in direktem Zusammenhang mit dem Bremsweg, also der tatsächlich zurückgelegten Fahrbahnstrecke während des Bremsens. Ein Auto mit einer Bremszeit von 5 Sekunden bei 100 km/h legt etwa 135 Meter zurück, bevor es zum Stillstand kommt, vorausgesetzt, das Fahrzeug beschleunigt oder verzögert nicht vor Bremsbeginn. Diese Beziehung ist kritisch für Sicherheitsberechnungen, Unfallrekonstruktion und Fahrzeugdatenblätter.

Faktoren, die die Bremszeit verlängern, sind Bremsflüssigkeitsverschmutzung, Luft in hydraulischen Leitungen, abgenutztes Reibmaterial, korrodierte Rotoren, unzureichende Reifengriffigkeit und hohe Fahrzeuglast. ABS-Systeme verkürzen die Bremszeit auf Oberflächen mit niedriger Griffigkeit durch Druckmodulation und Vermeidung von Radblockierung. Daher bremsen ABS-ausgestattete Fahrzeuge auf nassen oder Schotterflächen oft kürzer ab als Fahrzeuge ohne das System. Rekuperatives Bremsen bei Elektrofahrzeugen erschwert die Sache, weil kinetische Energie in elektrische Energie umgewandelt wird. Der Übergang zwischen rekuperativem und Reibungsbremsen beeinflusst die gesamte Zeit bis zum vollständigen Stillstand.

Ingenieure und Sicherheitsspezialisten unterscheiden zwischen Bremszeit und Bremsansprechzeit. Die Bremsansprechzeit bezieht sich nur auf die Verzögerung zwischen Pedalanwendung und Beginn der Reibungskraft, typischerweise 100 bis 300 Millisekunden bei hydraulischen Systemen. Die Bremszeit ist die gesamte Dauer vom Anstoß des Bremsvorgangs bis zum vollständigen Stillstand. Verwechslungen dieser Begriffe können zu Missinterpretationen von Fahrzeugleistung und Sicherheitsaussagen führen.

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