Bremsmeister
Englisch: brakeman
Eine Person, die für die Bedienung der Dampfmaschine oder anderer Maschinen eingestellt wurde, die Kohle aus dem Bergwerk fördern.
Bremsführer: Arbeiter, der Fördermaschinen in Bergwerken bediente
Ein Bremsführer war der Arbeiter, der für die Bedienung der Bremsanlage einer Fördermaschine zuständig war, also der dampf- oder später elektrisch angetriebenen Maschine, die den Förderkorb oder die Schale mit Kohle und Bergleuten hoch und runter in den Schacht beförderte. Die Aufgabe erforderte ständige Aufmerksamkeit: Der Bremsführer saß oder stand bei jedem Fördervorgang am oder neben dem Bremshebel, bereit, die Last augenblicklich zu stoppen, wenn sich das Seil verformte, wenn ein Signal von unten kam oder wenn mechanische Ausfälle drohten. In tiefen Bergwerken mit Schichtbetrieb war ein erfahrener Bremsführer für einen sicheren Betrieb unverzichtbar.
Die Fördermaschine selbst war eine beachtliche Konstruktion, häufig ein horizontal oder vertikal angeordneter Dampfmotor mit einer großen Trommel, um die das Stahlseil gewickelt war. Die Bremse war eine Reibungsbremse, üblicherweise ein Band oder Bremsschuh, der gegen die Trommel oder ein an der Motorwelle angeboltztes Bremsrad drückte. Der Bremsführer betätigte die Bremse über ein Hebelsystem, manchmal unterstützt durch ein Handrad für feinere Kontrolle. Bei größeren modernen Anlagen wurden Bremsen mit Hilfskraft oder vollautomatisch ausgestattet, aber die Rolle des Bremsführers blieb als Überwacher und Notfallkontrolleur erhalten.
Die Arbeit und ihre Gefahren
Bremsführer arbeiteten in Maschinenräumen an der Tagesoberfläche, häufig unter Lärm und Hitze von Kessel und Dampfleitungen. Sie kommunizierten mit der Schachttiefe durch Glockensignale oder später durch Sprechrohre und deuteten kodierte Signale, die ihnen zeigten, wie viele Personen oder wie viel Tonnage im Förderkorb war. Ermüdung war eine echte Gefahr: Ein Moment der Unaufmerksamkeit konnte zu einem Überwind führen, bei dem der Förderkorb auf die Tagesoberfläche prallte, oder zu einem Seillockerereignis, das das Kabel unter plötzlicher Last riss. Viele Bergwerke verpflichteten den Bremsführer, ein Fahrtbuch zu führen, in das jede Förderfahrt eingetragen wurde und in dem ungewöhnliche Vibrationen, Geräusche oder Seilzustände vermerkt waren.
Die Bezeichnung Bremsführer war spezifisch für den Untertagebau in Großbritannien und Teilen Europas, besonders vom Mittlere des 19. Jahrhunderts bis Mitte des 20. Jahrhunderts. In amerikanischen Bergwerken hieß die entsprechende Position oft hoisting engineer oder hoist operator. Nachdem automatisierte und später computergesteuerte Steuerungen die manuelle Hebelbedienung ersetzten, verschwanden sowohl die Berufsbezeichnung als auch die Qualifikationsanforderungen. Gegen Ende des 20. Jahrhunderts existierte die Rolle hauptsächlich im historischen Kontext, obwohl die Sicherheitsprinzipien, die der Bremsführer verkörperte, weiterhin zentral für Fördermaschinen-Design und Vorschriften blieben.