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Bahntechnik

Spurwechsel

Englisch: break of gauge

Stelle, wo eine Eisenbahn mit einer Spurweite auf eine Eisenbahn mit anderer Spurweite trifft, wodurch Umladung von Gütern und Fahrgästen erforderlich wird oder ein Drehgestellwechsel am Zug stattfindet.

Spurwechsel: wo zwei Eisenbahnnetze nicht zusammenpassen

Ein Spurwechsel tritt an der Übergangsstelle zwischen zwei Eisenbahnstrecken auf, die mit unterschiedlichen Spurweiten arbeiten. Das zwingt Güter und Fahrgäste zum Umsteigen in inkompatible Züge. Dies ist eine physikalische Zwangslage, kein Fahrplanthema: ein Drehgestell für 1.435 mm Normalspur kann nicht auf 1.000 mm Meterspur oder 1.676 mm Breitspur fahren, ohne mechanisch einzugreifen.

Die praktischen Lösungen teilen sich in zwei Kategorien. Umladung befördert die Fracht von einem Zug zum anderen über eine Rampe oder ein Lager und kostet Arbeitskraft, Zeit und Handling. Drehgestellwechsel lässt den Wagenkörper stehen, während Arbeiter die Radsätze und Drehgestelle darunter austauschen; das dauert pro Zug eine Stunde oder länger. Einige Bahnen halten spezielle Doppelspur-Abschnitte, wo drei Schienen Normalspurfahrzeugen die Durchfahrt erlauben, aber das ist teuer und selten.

Geografie und politische Geschichte schufen die meisten Spurwechsel. Russland, Finnland und die früheren Sowjetgebiete standardisierten auf 1.520 mm Spur. Indien, Pakistan und Sri Lanka fahren 1.676 mm. Australien, Teile Südamerikas und das koloniale Afrika wählten 1.000 mm Meterspur. Großbritannien und der westliche Teil Europas einigten sich auf 1.435 mm. Ein Zug, der von Frankreich nach Spanien fährt oder von Indien nach Myanmar, trifft auf einen Spurwechsel.

Die Kosten wachsen mit der Distanz. Eine große Umladeanl­age in einer Grenzstadt braucht erhebliche Infrastruktur: Kräne, Verladerampen, Lagerhallen, Zolleinrichtungen. Drehgestellwechsel-Werkstätten benötigen Gruben, Hydraulikausrüstung und geschultes Personal. Beide Verfahren bremsen den Güterverkehr und addieren 10 bis 30 Prozent zu den Gesamttransportkosten, je nach Frachtgewicht und Umschlagkomplexität.

Moderne Frachtcontainer lösen manche Probleme, indem sie direkt zwischen Zügen unterschiedlicher Spurweite mit Kränen verladen werden. Das erfordert aber Spezialausrüstung an beiden Enden und funktioniert nur bei containerisierten Gütern. Personenverkehr mit Spurwechsel bleibt schwieriger: einige Strecken zwingen Fahrgäste zum Zugwechsel; andere nutzen speziell konstruierte Drehgestelle mit verstellbarer Spurweite, die mechanisch angepasst werden können. Die sind aber teurer und langsamer als festgespurte Ausrüstung.

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