Düngerstreuer
Englisch: broadcaster
Maschine zum Ausbringen oder Verteilen von Saatgut, Dünger und ähnlichen Stoffen.
Drehstreuer: verteilt Saatgut und Dünger großflächig
Ein Drehstreuer ist eine Maschine, die Saatgut, Körnerdünger oder ähnliche Materialien in einem breiten Ausbreitungsmuster über den Boden wirft. Anders als eine Präzisionssämaschine, die einzelne Körner in Reihen ablegt, verteilt ein Drehstreuer das Material mehr oder weniger gleichmäßig über eine bestimmte Fläche. Das macht ihn besonders praktisch zum Anlegen von Weiden, Gründeckkulturen oder zum schnellen Ausbringen von Trockenmaßnahmen über große Flächen.
Die meisten Drehstreuer arbeiten nach einem einfachen Prinzip: Das Material läuft aus einem Behälter auf eine oder mehrere schnell rotierende Scheiben, die unterhalb oder seitlich angebracht sind. Durch die Zentrifugalkraft beim schnellen Drehen werden die Partikel nach außen und vorne geschleudert und verteilt sich in einem Ausbreitungsmuster. Die effektive Arbeitsbreite hängt vom Materialtyp und der Scheibengeschwindigkeit ab und liegt bei traktorgestützten Geräten üblicherweise zwischen 8 und 15 Metern. Handgeführte Drehstreuer für kleinere Flächen oder Gartenarbeit arbeiten nach dem gleichen Prinzip, schaffen aber nur wenige Meter pro Überfahrt.
Varianten und Anwendungen
Traktorgestützte Drehstreuer gibt es als integral angebaute Zapfwellenlösungen oder als gezogene Maschinen mit eigenen Rädern. Bodenantriebsmodelle lassen sich über den Bodenkontakt während der Fahrt antreiben, was praktisch ist, wenn keine Zapfwelle verfügbar ist. Drehstreuer bewältigen Saatgutgrößen von feinem Klee bis zu größeren Bohnen und Trockenprodukte wie Kalk, Superphosphat und Harnstoff. Feuchte oder klebrige Materialien neigen zu Brückenbildung und Verklumpung im Behälter, daher eignet sich das Drehstreuprinzip nicht für alle Formulierungen.
Die Haupteinschränkung ist die Gleichmäßigkeit: Drehstreuer erzeugen naturgemäß eine ungleichmäßige Verteilung, wobei sich das Material näher an der Fahrspur dichter absetzt als an den Außenkanten. Wind beeinflusst das Muster erheblich, und Fahrer müssen die Überfahrten überlappen, um eine angemessene Gleichmäßigkeit über das ganze Feld zu erreichen. Dieser Kompromiss zwischen Geschwindigkeit und Präzision erklärt, warum Drehstreuer bei der Weidenerneuerung und beim Anbau von Gründeckfrüchten dominieren, wo exakte Abstände weniger kritisch sind als bei Reihenkulturen.
Der Begriff Drehstreuer unterscheidet diese Maschinen von pneumatischen Sämaschinen, die Saatgut mit Luftdruck in einzelne Furchen fördern, und von Streuern, die für feinkörnige Produkte wie Körnerpestizide ausgelegt sind. Im britischen Sprachgebrauch werden diese Maschinen manchmal als Spreader bezeichnet; australische Terminologie verwendet den Begriff gelegentlich speziell für auslegerlose Streuer auf Traktoren ohne hydraulisches Auslegersystem.