Breitflächenaussaat
Englisch: broadcasting
Das Verteilen von Saatgut über eine große Fläche.
Saatgutausbringung: Saatgut von Hand oder mit Maschinen flächig über Felder verteilen
Broadcasting bedeutet, Saatgut in zerstreuter Form über ein Feld auszubringen, statt es in Reihen zu säen. Der Arbeiter läuft oder fährt über das Gelände und wirft oder schleuert das Saatgut in einem weiten Bogen aus, sodass es sich ungefähr gleichmäßig auf der Bodenoberfläche verteilt. Das unterscheidet sich von der Präzisionssaat, die das Saatgut in bestimmten Tiefen und Abständen ablegt.
Handausbringung ist noch immer üblich für kleine Parzellen, Weidenverbesserung und Zwischenfrüchte. Der Arbeiter trägt das Saatgut in einem Beutel oder Trichter an der Hüfte und wirft es mit einer Wurfbewegung seitlich aus, während er geht. Mechanische Streuer, die gezogen oder auf Traktoren montiert sind, nutzen entweder rotierende Tellerscheiben (die Saatgut durch Zentrifugalkraft hinausschleudern) oder schwingende Auslaufschächte, um eine Arbeitsbreite von 6 bis 15 Meter zu erreichen, je nach Maschine und Saatgutgröße.
Der Hauptvorteil ist die Geschwindigkeit: Ein Fahrtgang überstreicht viel mehr Fläche als Reihensaat, und die Ausrüstungskosten sind niedriger. Broadcasting funktioniert auch gut auf rauem oder bereits gepflügtem Land, wo Furchenöffner verstopfen würden. Der Nachteil ist eine ungleichmäßige Verteilung. Wind kann leichtes Saatgut ablenken, einzelne Stellen bekommen zu viel oder zu wenig, und das Saatgut landet in unterschiedlichen Tiefen, sodass die Keimung uneinheitlich ausfällt. Konkurrenzdruck und Lagerns nehmen im Vergleich zu Reihenkulturen oft zu.
Wann Broadcasting sinnvoll ist
Streuer sind Standard beim Anlegen von Weiden, besonders im Frühjahr oder Herbst, wenn die Feuchte eine schnelle Etablierung begünstigt. Sie eignen sich für kostengünstiges Saatgut wie viele Gras- und Leguminosenmischungen. Getreidebauern, die auf vorbereitetes Saatbett streuen, nehmen niedrigere Erträge in Kauf, um sich Sämaschinen zu sparen. Lohnunternehmer streuen Klee und Deutsches Weidelgras oft in Stoppel zur Direktsaat-Renovierung aus.Erfolgreiche Ausbringung hängt ab von ruhigem Wetter, einem aufnahmefähigen Saatbett mit gutem Bodenkontakt und einer realistischen Sortenwahl. Feines Saatgut wie Klee braucht feinere Einstellung als großes Saatgut wie Bohnen. Feuchte beim Säen und in den oberen 25 Millimetern Bodentiefe ist entscheidend, da das Saatgut nicht exakt in die ideale Tiefe gelegt werden kann. Arbeiter müssen Fahrtgänge sorgfältig überlappen, um Fehlstellen zu vermeiden, und müssen das Wurfmuster ihrer Maschine kennen.