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Zimmerei

Stoß

Englisch: butt

Das Ende von etwas, oft auf irgendeine Weise vom anderen Ende unterschieden.

Stoß: Stelle, an der zwei Teile stirnseitig aufeinandertreffen

In der Zimmerei ist eine Stoßverbindung die einfachste und schwächste Art, zwei Holzstücke zu verbinden: Man sägt das Ende eines Stücks rechtwinklig zu und drückt es gegen die Fläche, Kante oder das Ende eines anderen Stücks, dann befestigt man sie mit Nägeln, Schrauben oder Leim zusammen. Das gesägte Ende ist der Stoß. Kein Überstand, kein Faserverlauf, keine Schulter zur Lastaufnahme. Es funktioniert, weil es schnell geht und kein zusätzliches Material braucht, aber es versagt leicht auf Scherung und Zugbeanspruchung.

Ein Stoß kann im 90-Grad-Winkel zur Faser gesägt werden (ein rechtwinkliger Stoß) oder im Winkel (ein schräger Stoß). Die Qualität der Verbindung hängt ganz davon ab, wie rechtwinklig und genau dieser Schnitt ist. Jede Fuge zwischen dem Stoß und der angrenzenden Fläche erzeugt eine schwache Stelle. Bei Rahmenkonstruktionen wird eine Stoßverbindung zwischen Pfosten und Riegel mit einer Zapfenverbindung verstärkt, um die Belastungen eines Tür- oder Fensterrahmens auszuhalten. Bei einfachen Kastenkonstruktionen sind Stoßverbindungen akzeptabel, da Leim und Befestigungen nur bescheidene Lasten tragen.

Wo Stoßverbindungen im handwerk verwendet werden

Eine Stoßverbindung findet sich überall in der Treppenbau und Innenausbau: Regale, die auf der Innenseite eines Bücherregals anstoßen, Türrahmen, die in Trockenbaueröffnungen anstoßen, Zierleisten, die an Innenkanten anstoßen. Flächenstoß (Hirnholz auf Hirnholz) ist die schwächste Konfiguration und wird in Tragwerk vermieden. Flächenstoß (Hirnholz auf Langholz) ist stärker, weil die Randfläche mehr Leimfläche bietet und Befestigungen besser hält. Längsstoß (Hirnholz auf Hirnholz) entsteht bei Stoßverbindungen, wo zwei Stücke längsweise verbunden werden, etwa in einer Reihe von Blockierholz.

Die Schwäche der Stoßverbindung ist genau der Grund, warum Zimmerer sie wählen: keine Markierung, kein Schneiden eines Zapfens, kein Warten auf komplexe Leimpressen. Auf der Baustelle zählt die Geschwindigkeit. Stoßverbindungen verhalten sich gut bei Druck (ein Regal unter Last) und ausreichend unter einfacher Biegung, wenn Befestigungen versetzt und nah an der Fugenlinie angebracht sind. Sie versagen deutlich, wenn das Holz arbeitet, und ihnen fehlt die Festigkeit von Zapfenverbindungen, Halbholzverbindungen oder Schwalbenschwanzverbindungen.

Der Begriff Stoß kommt von einem alten Wort für Zusammenstoß oder stirnseitig aufeinandertreffen, und er erscheint in vielen Handwerken: Bei Rohren werden Stoßschweißungen bei Rohren stirnseitig ohne Zusatzmaterial verbunden, und in der Maurerei sind Stoßfugen die Mörtellinen zwischen Steinen. In allen Fällen ist ein Stoß ein unkompliziertes Zusammentreffen von Enden, und es kommt darauf an, wie gut die Flächen vorbereitet sind und was sie zusammenhält.

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