Zapfenlager
Englisch: butment cheek
Der Teil eines gezapften Holzes, das die Zapfenöffnung umgibt und gegen das die Schultern des Zapfens anliegen.
Mortisewange: die Holzfläche neben einer Mortise
Eine Mortisewange ist die verbleibende Holzfläche an beiden Seiten einer Mortise, nachdem das Loch ausgearbeitet wurde. Wenn ein Zapfen in diese Mortise getrieben wird, drücken die Schultern des Zapfens (die abgestuften Kanten zwischen dem vorspringenden Zapfenteil und dem Hauptkörper des Verbindungsholzes) direkt gegen diese Wangen. Die Wangen sind lasttragende Flächen, und ihre Unversehrtheit ist entscheidend für die Festigkeit der Verbindung.
Die Dicke des Wangenmaterials bestimmt, wie viel Schulterlage zur Verfügung steht. Bei Durchgangsmorftisen sind beide Wangen auf gegenüberliegenden Holzflächen sichtbar. Bei verdeckten Mortisen existiert nur die innere Wange, und die Außenfläche des Holzes bleibt intakt. Eine zu breit oder zu nah an einer Kante geschnittene Mortise hinterlässt Wangen, die zu dünn oder unregelmäßig sind, wodurch die Verbindung erheblich geschwächt wird und unter Last plötzlich brechen kann.
Schreiner müssen die Mortiseposition sorgfältig planen, um angemessene Wangendicken im Verhältnis zum Holzquerschnitt zu erreichen. Eine etwa in der Mitte des Werkstücks angebrachte Mortise hinterlässt ausgewogene Wangen gleicher Breite. Dezentral angebrachte Mortisen erzeugen ungleiche Wangen, was manchmal beim Verbinden unterschiedlich dicker Hölzer nötig ist, erfordert aber sorgfältige Berechnung, um Spannungskonzentration an der dünneren Wange zu vermeiden. Wangen werden typischerweise in Millimetern gemessen; Werte unter 10 mm auf einer beliebigen Fläche gelten in Konstruktionsarbeiten allgemein als kritisch.
Der Name stammt von den Wangen des Gesichts: die Mortise ist der Mund, und die Wangen sind das Fleisch auf beiden Seiten davon. Diese Metapher erscheint durchgehend in historischen Schreiner-Texten und bleibt Standard-Fachbegriff im englischsprachigen Handwerk. Regionale Unterschiede existieren, aber das Konzept ist universell in Holzrahmen-Zimmerei, Möbelbau und Tischlerei.
Mängel an Wangen sind diagonale Faserung, die beim Mortisieren ausreißt, Quetschungen oder Prellungen beim Zusammenbau und Quetschfestigkeit unter Last, wenn die Zapfenschultern zu groß sind oder die Verbindung nicht ausgerichtet ist. Die Überprüfung des Wangenzustands vor dem Zusammenbau ist gute Praxis; Schäden bedeuten oft, dass das Werkstück abgelehnt oder durch Aufarbeitung repariert werden sollte, anstatt es unverändert zu verwenden.