Kabinensignal
Englisch: cab signal
Vorrichtung in der Lokomotivenführerkabine, die den Status der Streckenignale anzeigt
Führerstandssignal: Streckensignal ins Führerhaus übertragen
Ein Führerstandssignal ist eine elektrische oder elektronische Anzeige im Führerstand der Lokomotive, die den Aspekt des voraus liegenden Streckenssignals empfängt und anzeigt, ohne dass der Lokführer nach draußen schauen muss. Statt ein Signalzeichen in der Ferne zu lesen, sieht der Lokführer dieselbe Information, oft als farbiges Licht oder Zeiger, auf einer Instrumententafel in Armreite. Dieses System verbindet die feste Streckenbeschilderung mit der Echtzeitinformation für denjenigen, der den Zug steuert.
Führerstandssignale arbeiten durch induktive Kopplung oder Funkübertragung von Gleiskreisen oder Balisen, die in oder neben den Schienen angebracht sind. Wenn der Zug über diese Sender fährt, werden kodierte Impulse von einem Empfänger unter der Lokomotive aufgenommen und an die Anzeige im Führerstand weitergeleitet. Der Signalaspekt, ob "frei", "vorsicht", "halt" oder Zwischenstufen in höherwertigen Geschwindigkeitsbereichen, wird kontinuierlich angezeigt, anstatt nur zu erscheinen, wenn der Lokführer neben einem Streckensignal vorbeifährt. Dies ist besonders wertvoll auf Hochgeschwindigkeitsstrecken, wo die Reaktionszeit entscheidend ist und die Sichtbarkeit schlecht sein kann.
Der wichtigste Vorteil ist die Sicherheit durch weniger Fahrgastes und weniger Ermüdung des Lokführers. Ein Lokführer muss nicht ständig nach entfernten Signalen Ausschau halten oder ein Signal wegen Wetter, Sonnenstand oder Müdigkeit falsch lesen. Viele Führerstandssignalsysteme sind mit automatischem Zugschutz verbunden, der bei Nichtbeachtung eines Langsamfahrsignals oder Überschreitung der zulässigen Geschwindigkeit für diesen Aspekt die Leistung drosselt oder die Bremsen anlegt. Auf Güterbahnen und stark befahrenen Stadtverkehrsstrecken reduzieren Führerstandssignale Unfälle und ermöglichen engere Zugsabstände.
Ausführungen und Grenzen
Ältere Führerstandssignalsysteme verwendeten mechanische Trommeldisplays oder Nadelelenmanometer; moderne Systeme nutzen LED-Aspektleuchten oder digitale Anzeigen, die Geschwindigkeitsbegrenzungen und den nächsten Signalzustand zeigen. Manche Eisenbahnen in Nordamerika setzen vorwiegend auf Führerstandssignale und haben nur minimale Streckensignalköpfe, während europäische Eisenbahnen Führerstandssignale typischerweise als zusätzliche Sicherheitsebene neben bestehenden Streckensignalen betreiben. Die Technik funktioniert zuverlässig bei Nebel, Regen und Dunkelheit, aber bei Systemausfällen muss der Lokführer auf Streckensignale oder manuelle Fahrt zurückgreifen.
Führerstandssignale unterscheiden sich von im Führerstand angebrachten Geschwindigkeitskontrollgeräten oder ETCS (Europäisches Zugbeeinflussungssystem), obwohl letzteres Führerstandssignalprinzipien in eine umfassendere Sicherheitsarchitektur einbindet. Der Begriff stammt aus der Praxis nordamerikanischer Güterbahn- und Nahverkehrseisenbahnen und ist in diesem Zusammenhang am verbreitetsten, doch es gibt Varianten weltweit auf U-Bahn-Systemen und gewidmeten Personenverkehrsstrecken, wo Durchsatzleistung und Sicherheit die Installationskosten rechtfertigen.