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Bahntechnik

Cab Forward

Englisch: cab forward

Bauart einer Dampflokomotive mit der Führerkabine vorne, hauptsächlich für die Southern Pacific Railroad gebaut, die zeitweise viele ölbeheizte Gelenklokomtiven dieser Bauart betrieb

Cab Forward: Schmalspurlokomotive mit Führerstand vorn

Eine Cab Forward ist eine Dampflokomotive, bei der der Führerstand vor dem Kessel angebracht ist, statt dahinter wie bei konventionellen Ausführungen. Diese ungewöhnliche Anordnung platzierte den Lokomotivführer und Heizer vorn am Fahrzeug, direkt über oder knapp hinter der Rauchkammer, und gab ihnen freie Sicht auf die Strecke. Die Konstruktion wurde hauptsächlich für die Southern Pacific Railroad entwickelt, die die größte Flotte dieser Maschinen betrieb, insgesamt etwa 250 Lokomotiven zwischen 1910 und den 1950er Jahren.

Die Cab-Forward-Anordnung sollte ein spezifisches Problem bei Bergstrecken in der Sierra Nevada und anderen Hochgebirgsstrecken lösen. Konventionelle Lokomotiven, die lange Güterzüge durch Tunnels und Schneeschutzdächer zogen, füllten diese Räume mit Rauch und Dampf und blendeten die Besatzung. Durch die Verlagerung des Führerstands nach vorn und die Verlängerung des Kessels nach hinten schufen die Konstrukteure eine bessere Sichtlinie und verminderten die Rauchentwicklung in der Kabine. Die Konstruktion verbesserte auch die Fähigkeit des Lokomotivführers, die Gleisbedingungen und Signale im Gebirge zu beobachten.

Mechanische Anforderungen und Konstruktion

Cab Forwards waren ausnahmslos Gelenklokomotiven, der Kessel saß auf zwei Sätzen Triebräder, die über ein Drehgelenk verbunden waren. Dies ermöglichte es der langen, schweren Maschine, enge Kurven zu fahren. Southern Pacifics AC-Serie Cab Forwards, gebaut von Baldwin Locomotive Works und anderen Herstellern, nutzten Ölfeuerung statt Kohle, was die Anordnung des Führerstands vorn praktischer machte, da kein Kohlebunker hinter dem Kessel erforderlich war. Diese Maschinen wogen typischerweise 200 bis 250 Tonnen und leisteten je nach Typ zwischen 3.500 und 6.000 PS.

Die Konfiguration verursachte konstruktive Herausforderungen. Der Kessel erstreckte sich ungewöhnlich weit nach hinten, manchmal mit einem Laufdrehgestell statt nur eines Tenders, um sein Gewicht und seine Länge zu tragen. Die verbesserte Sicht ging mit Kompromissen einher: Der Führerstand saß höher und enger als bei konventionellen Konstruktionen, und der Wartungszugang zur Kesselrückseite war schwieriger. Die Anordnung verlagerte auch den Schwerpunkt nach vorn, was sich auf die Bremsverteilung auswirkte und eine sorgfältige Auslegung der Kupplungssysteme erforderte.

Cab Forwards blieben fast ausschließlich ein Phänomen der Southern Pacific. Einige wenige andere Eisenbahnen experimentierten mit der Konstruktion, keine kam aber dem Engagement der Southern Pacific gleich. Als Diesel-Elektro-Lokomotiven die Dampfkraft in den 1950er Jahren verdrängten, verschwanden die Cab Forwards; die letzte Cab Forward der Southern Pacific wurde 1958 stillgelegt. Ihre spezialisierte Konstruktion, maßgeschneidert für bestimmte Bergstrecken, machte eine Umrüstung oder Zweitnutzung wirtschaftlich unrentabel, sobald der ursprüngliche Betrieb endete.

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