Totmannschalter
Englisch: dead man's handle
Ein Hebel als Sicherheitsvorrichtung, typischerweise an Zügen, der die Stromversorgung unterbricht, wenn der Bediener ihn loslässt.
Totmannschalter: Grifffreigabe-Notausschalter für bewegte Maschinen
Ein Totmannschalter ist ein federbelasteter Hebel oder Knopf, der die Stromzufuhr zu einer Maschine sofort unterbricht, wenn der Bediener seinen Griff loslässt. Das Gerät funktioniert nach einem einfachen Prinzip: ständiger Kontakt des Bedieners hält den Betrieb aufrecht; jeder Kontaktverlust löst eine automatische Abschaltung aus. Man findet ihn an Zügen, Straßenbahnen, Staplern, Kranen und tragbaren Elektrowerkzeugen, wo eine Handlungsunfähigkeit des Bedieners oder ein Kontrollverlust ernsthafte Verletzungen verursachen könnte.
Der Mechanismus basiert auf einer Feder, die den Hebel in seine Ruheposition (stromlos) zurückführt, sobald der Handdruck gelöst wird. Einige Ausführungen nutzen einen federbelasteten Knopf, der ständig gedrückt werden muss; andere verwenden einen Hebel, der in einer festen Position gehalten werden muss. Der Stromkreis ist so verdrahtet, dass der Griff oder Knopf den Stromkreis nur unter aktiver Betätigung schließt. Das Loslassen des Griffs unterbricht den Stromkreis und unterbreitet die Stromzufuhr fast augenblicklich. Die Reaktionszeit liegt typischerweise unter 500 Millisekunden.
An Schienenfahrzeugen ist der Totmannschalter Pflichtausrüstung. Der Fahrer muss während der Fahrt ständigen Druck auf den Griff ausüben. Falls der Fahrer zusammenbricht, einschläft oder das Bewusstsein verliert, entspannt sich sein Griff und das Bremssystem greift automatisch ein, wodurch der Zug zum Stillstand kommt. Dies verhindert durchgehende Züge, die durch handlungsunfähige Bedienungspersonen verursacht werden. Einige moderne Systeme nutzen auch Pedale (Totmannpedale), die ständig betätigt werden müssen, oder eine Kombination aus Hebel und Pedal.
Häufige Ausfallmodi und Grenzen
Der Griff kann ausfallen, wenn die Feder schwächer wird oder korrodiert, wenn die Elektrische Kontakte verschmutzt werden oder wenn der Bremsverbindungsmechanismus blockiert. Bedienungspersonen haben den Sicherheitsschalter gelegentlich umgangen, indem sie den Griff festgebunden oder mit Klebeband fixiert haben, um ständigen Druck zu halten und damit den gesamten Zweck der Vorrichtung zu verfehlen. Einige neuere Ausführungen enthalten nun Anti-Umgehungs-Funktionen wie Bewegungssensoren oder regelmäßige Kontrollimpulse, die eine aktive Reaktion des Bedieners erfordern. Das Gerät bietet auch keinen Schutz vor absichtlichen Maßnahmen des Bedieners, um Schaden anzurichten.
Der Name spiegelt seinen düsteren ursprünglichen Zweck wider: Er soll davor schützen, dass der Bediener zum toten Mann an den Reglern wird. Der Begriff ist älter als moderne Sicherheitsterminologie und bleibt weltweit bei Eisenbahnen und Industrieausrüstungen in Gebrauch, obwohl einige Bedienungspersonen und Behörden in der formalen Dokumentation mittlerweile Begriffe wie Freigabegriff oder Sicherheitsgriff bevorzugen.