Kabelverbindung
Englisch: cable joint
Verbindungsstelle zwischen zwei Stromkabeln mit angemessener Isolation und mechanischem Schutz.
Kabelmuffe: wo zwei Stromkabel eine Schaltung bilden
Eine Kabelmuffe ist eine dauerhafte Verbindung zwischen den Enden oder Verbindungsstellen zweier Stromkabel, die elektrische Durchgängigkeit und mechanische Festigkeit wiederherstellt und gleichzeitig die Isolationsintegrität bewahrt. In der Praxis bedeutet das: Kabelleiter verbinden (Kupfer- oder Aluminiumdrähte), sie mit Isolationsmaterial umwickeln und alles in eine Schutzschicht einbetten, um die gleiche Spannung und den gleichen Strom wie die Kabel selbst zu verkraften.
Kabelmuffen fallen in zwei große Kategorien: Geradenmuffen verbinden Kabel mit gleichem Querschnitt Ende-zu-Ende, typischerweise mit Quetsch- oder Preßhülsen, gefolgt von Schrumpfschläuchen oder Mastix-Versiegelung; T-Muffen zweigen ein Kabel von einem anderen ab, verwendet wenn Schaltungen sich aufteilen sollen ohne die Hauptleitung zu unterbrechen. Die Wahl hängt ab von Spannungsklasse (Niederspannung unter 1 kV, Mittelspannung 1 bis 35 kV, Hochspannung über 35 kV), Kabeltyp (einadrig oder mehradrig) und Umgebung (Innenverlegung, vergrabene Verlegung, Seekabel). Muffen dürfen die Stromtragfähigkeit des ursprünglichen Kabels nie verringern, daher muß der Leiterquerschnitt an der Muffe dem Kabelquerschnitt entsprechen oder größer sein.
Materialien und Ausfallarten
Presshülsen, typischerweise aus verzinntem Kupfer oder Aluminium-Legierung, quetschen die Leiterdrähte mit mechanischer Kraft aus einer Hydraulikpresse. Die Isolierung wird wiederhergestellt mit Thermoplast- oder Elastomer-Schrumpfschläuchen oder kalt aufgebrachten Mastix-Wickelungen bei Hochspannungsanwendungen. Die Außenschicht wird dem ursprünglichen Kabeltyp angepaßt: PVC, LSZH (flammwidrig halogenfreies Material) oder Polyethylen. Schlechte Ausführung führt zu den häufigsten Fehlern: unvollständiger Leiterkontakt (verursacht Hotspots und schließlich Isolationsabbau), Lufteinschlüsse in Wickelungen (ermöglichen Feuchtigkeitseinspritzung) oder unzureichende Presshülsenkraft (führt zu Widerstandsanstieg und Wärmeerzeugung).
Der Begriff "Muffe" unterscheidet dauerhafte Feldverbindungen von leicht trennbaren Stecker-Buchsen-Verbindern. In der elektrotechnischen Praxis bezeichnet eine Muffe Arbeiten vor Ort mit Handwerkzeugen oder tragbarem Gerät, während werksgefertigte Kabelgarnituren mit gegossenen Steckern nicht als Muffen bezeichnet werden. Bau- und Sicherheitsvorschriften schreiben oft vor, daß Muffen in verdeckten oder unterirdischen Installationen bestimmte Normen erfüllen: In Großbritannien regelt BS 6500 Niederspannungsmuffen; Mittel- und Hochspannungsmuffen müssen typischerweise IEC 60502 oder entsprechende nationale Normen erfüllen.
Kabelmuffen verlangsamen die Installation im Vergleich zu vorgefertigten Kabelläufen, ermöglichen aber Reparaturen, Erweiterungen und Schaltungsumgestaltungen ohne gesamte Kabel zu ersetzen. Jede Muffe führt jedoch einen Schwachpunkt ein: Spannungskonzentration an der Verbindung, Wärmewiderstand in der Isolierung und eine potenzielle Fehlerstelle unter mechanischer oder elektrischer Belastung. Deshalb bevorzugt moderne Praxis die Minimierung der Muffenanzahl und den Einsatz von Kabeleinführungen, Verteilerkasten und richtig dimensionierter vorgefertigter Baugruppen wo Schaltungen fest sind.