Kabelseele
Englisch: cable core
Innerster Teil eines Stromkabels, der den elektrischen Strom führt und von verschiedenen Isolationsschichten umgeben ist.
Stromader: der Leiter, der tatsächlich Strom transportiert
Die Stromader ist der elektrische Leiter im Innern eines Stromkabels, bestehend aus Kupfer oder Aluminium, der den Betriebsstrom von der Quelle zum Verbraucher führt. Sie ist der einzige Teil des Kabels, der Strom leiten muss; alles andere drumherum dient dazu, diese Ader vor Beschädigungen, Feuchtigkeit und dem Kontakt mit anderen Leitern oder Personen zu schützen.
Die meisten Stromadern sind verseilt und nicht massiv ausgeführt. Eine verseiltе Ader besteht aus vielen dünnen Drähten, die zusammengedreht sind. Das macht das Kabel flexibel genug, um es durch Rohre zu führen, um Geräte herum zu verlegen und in und aus Verteilerdosen zu bringen, ohne dass es bricht. Die Querschnittsfläche der Ader, gemessen in Quadratmillimetern, bestimmt die Stromtragfähigkeit oder Ampazität des Kabels. Eine 10 mm² Kupferader trägt unter Normalbedingungen sicher etwa 50 Ampere bei 70 Grad Celsius, wobei diese Bewertung vom Isolationsstoff und der Umgebungstemperatur abhängt.
Kupfer dominiert in Stromkabeln wegen seiner überlegenen Leitfähigkeit und Zuverlässigkeit, aber Aluminiumadern findet man in größeren Kabeln ab 50 mm², weil sie billiger und leichter sind. Aluminium leitet pro Volumeneinheit schlechter als Kupfer, daher muss eine Aluminiumader größer sein als eine Kupferader, um denselben Strom zu führen. Die Grenze zwischen beiden verschiebt sich je nach Spannung, Entfernung und den Materialkosten zum Zeitpunkt der Herstellung.
Aderschäden und Schutz
Schäden an der Stromader entstehen meist durch mechanische Beanspruchung, Korrosion oder Überhitzung. Feuchte, die durch beschädigte Außenmäntel in das Kabel eindringt, korrodiert Kupfer oder bildet Oxide auf Aluminium und erhöht so den Widerstand und erzeugt Wärme. Wenn ein Kabel über seine Nennampazität hinaus belastet wird, heizt sich die Ader selbst auf und schädigt die umgebende Isolierung, die dann vorzeitig ausfällt. Das wiederholte Beugen von Kabeln oder das Verlegen über scharfe Kanten kann verseiltе Drähte brechen, was den Widerstand erhöht, bis das Kabel ausfällt oder Feuer fängt.
Die Ader sitzt unmittelbar unter der Isolationsschicht, üblicherweise Polyvinylchlorid (PVC) oder Vernetztes Polyethylen (XLPE). Bei mehradrigen Kabeln, also solchen mit zwei oder drei Leitern für Drei-Phasen- oder Neutralleiterkreise, hat jede Ader ihre eigene Isolationsschicht, und das ganze Bündel wird dann in einem gemeinsamen Außenmantel umwickelt. Der Name ,Ader' spiegelt die Bedeutung von etwas Zentralem und Wesentlichem wider, dem eigentlichen funktionierenden Teil, um den herum alle schützende Technik aufgebaut ist.