Capel
Englisch: capel
Gemischtes Gestein aus Quarz, Schörl und Hornblende in den Wänden von Zinn- und Kupfergängen.
Capel: Turmalinreiches Gestein als Anzeichen für erzführende Bereiche
Capel ist ein hartes, kristallines Gestein, das hauptsächlich aus Quarz, Schörl (schwarzer Turmalin) und Hornblende besteht und sich im Nebengestein neben Zinn- und Kupfergängen bildet. Bergleute treffen darauf als deutlich abgegrenzte Zone oder Streifen in den Flözverhältnissen. Seine Anwesenheit signalisiert die Nähe zu bauwürdigen Erzen. Das Gestein ist schwer zu bohren und bricht mit charakteristischem Bruch; es selbst führt keine nennenswerten Metallwerte, aber sein Auftreten zeigt einem erfahrenen Bergmann, dass er im richtigen Bereich arbeitet.
Der Capel verdankt seinen Namen und seine Zusammensetzung den besonderen Fluiden und Temperaturen, die der Erzabscheidung vorausgehen. Wenn hydrothermale Lösungen durch das Nebengestein vordringen, verändern sie die umliegenden Mineralien und scheiden neue aus, darunter auch Turmalin, bevor die eigentliche Erzphase beginnt. Das macht Capel zu einem Begleitmineralboten, nicht zum Erz selbst, aber zu einem verlässlicheren Anzeiger als bloße Färbung oder Oberflächenstruktur. Die Turmalinkomponente ist besonders aussagekräftig: Schörl bildet sich unter bestimmten Bedingungen von Borverfügbarkeit und Temperatur, die mit der Metallmineralisierung in den Zinnfeldern Südwestenglands und ähnlichen Bezirken andernorts übereinstimmen.
Capel tritt am häufigsten in Granit und Metamorphiten auf, wo Zinn- und Kupfergänge entstehen. Die Mächtigkeit variiert von wenigen Zentimetern bis mehrere Meter, und manchmal säumen mehrere Capel-Streifen einen einzelnen Gang. Bergleute nutzten sein Vorhandensein, um den untertägigen Abbau zu steuern und zu beurteilen, ob sie sich dem Gang selbst näherten oder sich von ihm entfernten. In Bereichen mit schlechter Oberflächenaufschluss bestätigte der in Schachtversuchen aufgeschlossene Capel das Streichen und Fallen des Ganges, bevor der großflächige Abbau begann.
Die Härte und die ineinandergreifende Kristallstruktur des Capels machten ihn lästig zu bearbeiten. Handwerkzeuge und frühe Sprengstoffladungen verschwendeten oft Aufwand beim Durchbrechen des Capelgesteins, bevor man zum weicheren Erzkörper dahinter gelangte. Modernes Bohren und Sprengen haben diese Schwierigkeiten verringert, aber das Gestein erfordert immer noch robuste Werkzeuge und scharfe Spitzen. Seine Widerstandsfähigkeit gegen Verwitterung bedeutet, dass Capel-Aufschlüsse in alten Halden und aufgegebenen Gruben lange nach der Erzgewinnung erkennbar bleiben.
Capel ist für den Bergmann selten von Interesse, außer als Ausbruch. Der Turmalin, Quarz und Hornblende haben in den meisten Zusammenhängen keinen wirtschaftlichen Wert, und die Härte des Gesteins macht eine Gewinnung für Sekundärnutzung unwirtschaftlich. Sein wahrer Wert liegt darin, was er vermittelt: Ein Geologe oder Grubenführer, der Capel gut zu lesen versteht, kennt die Struktur des Ganges und die wahrscheinliche Position des Erzes darin.