hurry
Kohle in der Grube fördern, etwa vom Abbaubereich zur Förderbahn.
Hurry: Kohletransport durch Stollen zum Gleis
Hurry ist das Befördern von Kohle vom Abbauort oder Arbeitsbereich zu einer Feldbahn, einem Eisenbahnanschluss oder einer Sammelstelle im Bergwerk. Der Begriff beschreibt die Zwischenstufe des Kohletransports: Sie beginnt nach der Gewinnung am Streb und endet vor der endgültigen Förderung zur Oberfläche oder zum Hauptverarbeitungsbereich. Ein Hurrier, auch Hurry-Arbeiter oder Putter-Helfer genannt, übernahm diese Aufgabe, typischerweise indem er Kohle durch Stollen schob oder zog, die leicht ansteigend oder horizontal durch das Bergwerk verliefen.
Die Kohle wurde je nach Infrastruktur und Zeit des Bergwerks in verschiedenen Behältern transportiert. In älteren Zechen kam sie in Körbe, Eimer oder hölzerne Schlitten; später arbeitende Betriebe nutzten kleine Wagen oder Hunte (Loren auf hölzernen oder eisernen Schienen). In Bergwerken ohne Schieneninfrastruktur in den Arbeitsbereichen wurde die Kohle manuell über kurze Strecken von Arbeitern mit Kraft und einfachen Hebelwerkzeugen transportiert. Die Arbeit war extrem anstrengend: Die Stollen waren oft eng, niedrig und uneben und erforderten, dass Arbeiter Lasten durch beengte Räume mit minimalem Spielraum beförderten.
Das Hurrying stellte einen erheblichen Kostenfaktor für Zechenbetriebe dar, da es arbeitsintensiv und langsam war. Ein einzelner Hurrier war oft dafür verantwortlich, Kohle von mehreren Häuern oder Strebarbeitern während einer Schicht zu befördern. Die Effizienz des Hurrying wirkte sich unmittelbar auf die Gesamtleistung der Zeche aus, daher achteten Grubenleiter sorgfältig auf die Streckenführung, das Gefälle der Sohle, den Zustand der Schienen und die Arbeitseinteilung. In mechanisierten Zechen wurde die Hurrying-Stufe schließlich durch Förderbänder ersetzt oder ergänzt, aber in vielen traditionellen Gruben blieb sie bis weit ins 20. Jahrhundert hinein eine manuelle Operation.
Der Begriff stammt vom einfachen Verb to hurry, was schnell vorankommen oder vorwärtsschieben bedeutet, obwohl das tatsächliche Tempo des Kohletransports eher von reiner Muskelkraft als von Schnelligkeit bestimmt wurde. Es gibt regionale Unterschiede: Einige Reviere verwendeten andere Begriffe wie Puttering oder Holing für verwandte Arbeiten, und die Rolle des Hurriers variierte je nachdem, ob er unabhängig oder unter einem Hauer arbeitete. Junge Jungen und Frauen übernahmen oft Hurrier-Rollen, da Betreiber billige Arbeitskräfte suchten, weshalb der Begriff auch mit den am schlechtesten bezahlten Positionen in der Grubenhierarchie verbunden war.