Oncostman
Englisch: oncostman
Ein Arbeiter, der mit einem Tageslohn bezahlt wird.
Oncostman: Tagelöhner im Berg- und Steinbruchbau
Ein Oncostman ist ein Berg- oder Steinbrucharbeiter, der auf Tages- oder Stundenlohn beschäftigt ist, anstatt auf Akkord oder Vertragsbasis zu arbeiten. Der Begriff unterschied historisch diese Lohnempfänger von Unternehmern und von Arbeitern, die nach Leistung bezahlt wurden (Tonnen geförderte Kohle, gebrochener Stein oder gewonnenes Erz). Im Untertagebau führten Oncostmen typischerweise Hilfs- und Instandhaltungsaufgaben aus: Zimmerarbeiten, Bewetterung, Gleisbau, Pumpenbetrieb und allgemeine Arbeiten, die die Grube in Betrieb hielten, aber nicht einfach nach Stückzahl berechnet werden konnten.
Das Wort stammt vom Begriff eines Arbeiters, dessen Arbeit Teil der allgemeinen laufenden Kosten des Gruben- oder Steinbruchbetriebs war, anstatt eine direkte Kosten für eine bestimmte Produktionsmenge zu darstellen. Ein Schachtabteufer beispielsweise, der einen neuen Schacht abteufte, wurde nach Oncost bezahlt, weil die Arbeit durch Vertragsdauer und Ortsbedingungen festgelegt war, nicht durch das Volumen des bewegten Materials. Ebenso wurde ein Mann, der Grubenbahnen instand hielt oder Ausrüstungen reparierte, nach Tagessätzen bezahlt, weil seine Leistung unregelmäßig und für die Produktivität anderer wesentlich war.
In einer Kohlenzeche oder einem Steinbruch nahmen Oncostmen eine andere Stellung ein als Hauer, Gewinner oder Stoßarbeiter, deren Löhne mit der Produktion schwankten. Der Oncost-Satz war stabiler, aber oft über eine gute Woche hinweg niedriger im absoluten Betrag. Fachkundige Oncostmen wie Zimmerleute, Sprengmeister oder Pumpentechniker erhielten höhere Tagessätze als Hilfsarbeiter. Die Unterscheidung spiegelte sowohl das Risikoprofil als auch die Verhandlungsmacht verschiedener Rollen wider: Ein Hauer konnte bessere Bezahlung fordern, indem er auf die gewonnene Tonnage hinwies; ein Oncostman war angewiesen auf die Einschätzung des Unternehmers, was ein fairer Tagelohn war.
Das Oncostman-System war zentral für die Bergbauökonomie, besonders im Kohlebergbau, wo Grubenleiter berechneten, wieviel Nicht-Produktionsarbeit sie sich leisten konnten, während sie die Leistung der Stoßarbeiter maximierten. In Zeiten wirtschaftlichen Drucks wurden Oncost-Positionen häufig zuerst abgebaut oder zusammengelegt, so dass weniger Männer mehr Fläche abdecken mussten. Umgekehrt wurden bei größeren Reparatur- oder Entwicklungsarbeiten unter Tage Oncostmen zu Hunderten oder Tausenden herbeigeholt.
Der Begriff ist heute weitgehend historisch; moderner Berg- und Steinbruchbau nutzen Festgehalt, Stundenlohn oder schichtbasierte Lohnstrukturen, die die alten Oncostman-Kategorien in breitere Beschäftigungsklassifikationen aufgelöst haben. Allerdings bleibt das Konzept relevant für das Verständnis historischer Lohnkosten und der internen Struktur von Rohstoffindustrien im 19. und 20. Jahrhundert.